Netflix-Manager nach "Vertrauensübung" entlassen
Netflix hat einen Vizepräsidenten entlassen, nachdem dieser während einer "Vertrauensübung" auf einem Firmenevent zugab, eine Ketaminbehandlung gegen Depressionen erhalten zu haben. Weitere Verhaltensauffälligkeiten spielten ebenfalls eine Rolle.

Netflix hat einen Vizepräsidenten, der für die kreativen Abläufe bei der Netflix-Tochter Eyeline zuständig war, teilweise entlassen, nachdem der Manager im Rahmen eines firmenweiten Retreats seine Ketamintherapie gegen Depressionen gestand. Die Kündigung wurde auch mit Aussagen von Schimpfwörtern und einem Trinkspiel während desselben Events begründet.
Der Vorfall ereignete sich im Januar 2026 während eines Retreats auf einem Netflix-eigenen Anwesen in Nordkalifornien. Vizepräsident Kevin Baillie soll im Rahmen einer "Verletzlichkeits-Vertrauensübung" seine Ketaminbehandlung offengelegt haben. Laut Gerichtsdokumenten erklärte der Anwalt von Netflix, dass die Ketamintherapie ein Faktor bei der Kündigung war.
Baillies Rechtsbeistand argumentiert, die Entlassung sei unrechtmäßig gewesen und die Berufung auf ein legales, verschreibungspflichtiges Medikament als Kündigungsgrund sei problematisch. Ketamin ist ein legal verschriebenes Medikament, das unter professioneller ärztlicher Aufsicht zur Behandlung von Erkrankungen wie Depressionen eingesetzt wird.
Dieser Fall verdeutlicht die potenziellen Risiken von obligatorischen Verletzlichkeitsübungen am Arbeitsplatz. Obwohl sie Offenheit fördern sollen, können solche Aktivitäten zu unerwarteten Konsequenzen führen, wenn sich Mitarbeiter gezwungen sehen, persönliche Informationen preiszugeben, die später gegen sie verwendet werden könnten.
Experten raten Unternehmen zu Vorsicht bei solchen Übungen und betonen, dass Offenlegungen von Mitarbeitern nicht als Grundlage für disziplinarische Maßnahmen oder Kündigungen dienen dürfen. Klare Trennung zwischen professionellem Verhalten und persönlichen Gesundheitsangelegenheiten ist entscheidend.