Netflix überholt BBC als bevorzugte TV-Plattform in Großbritannien
Netflix hat laut Daten der Regulierungsbehörde Ofcom die BBC als bevorzugte TV-Plattform für britische Zuschauer abgelöst. Der Wandel spiegelt die zunehmende Konkurrenz durch Streaming-Dienste wider.

Netflix hat die BBC als führende Wahl für Fernsehzuschauer im Vereinigten Königreich überholt. Dies geht aus aktuellen Daten der britischen Regulierungsbehörde Ofcom hervor. Laut der Erhebung entscheiden sich nun 26 Prozent der Zuschauer zuerst für Netflix, während 25 Prozent die BBC als ihre erste Wahl nennen.
Dieser Wandel unterstreicht die wachsende Konkurrenz, der das traditionelle Fernsehen durch Streaming- und Online-Videoplattformen ausgesetzt ist. Der kommerzielle Sender ITV bleibt ebenfalls eine wichtige Option, da 15 Prozent der Zuschauer ihn als bevorzugte Plattform angeben. Gleichzeitig verzeichnen die eigenen Streaming-Dienste der traditionellen Sender, wie BBC iPlayer und ITV, ein starkes Wachstum und stellen die am schnellsten wachsende Kategorie von TV-Diensten dar, mit einem Anstieg der Nutzungszeit um neun Prozent.
Streaming-Dienste im Abonnement erreichen inzwischen rund 70 Prozent der britischen Haushalte. Diese Zahl hat sich nach einer Phase beschleunigten Wachstums während der COVID-19-Pandemie laut Ofcom weitgehend stabilisiert. Parallel dazu nimmt die Sehdauer des traditionellen linearen Fernsehens ab. Bis 2025 werden voraussichtlich nur noch 70 Prozent der Briten wöchentlich mindestens 15 Minuten traditionelles lineares Fernsehen konsumieren, verglichen mit 73 Prozent im Jahr 2024 und 78 Prozent im Jahr 2022.
Große Sportereignisse ziehen weiterhin erhebliche Zuschauerzahlen an. Ein Halbfinalspiel der Fußball-Weltmeisterschaft erreichte beispielsweise rund 24 Millionen gleichzeitige Zuschauer über die Plattformen der BBC. Auch YouTube verzeichnet auf Fernsehgeräten eine steigende Nutzungsdauer. Die durchschnittliche tägliche YouTube-Nutzungszeit über TV-Geräte wird bis 2025 voraussichtlich 19 Minuten pro Person erreichen, doppelt so viel wie im Jahr 2022. Bemerkenswert ist auch die zunehmende Beliebtheit von YouTube bei älteren Bevölkerungsgruppen.