Neuropixels-Sonden erstmals zur Messung neuronaler Aktivität im menschlichen Gehirn genutzt
Erstmals wurden die hochauflösenden Neuropixels-Sonden während eines chirurgischen Eingriffs eingesetzt, um die Aktivität einzelner Neuronen im Menschen zu erfassen.

Forscher haben die Neuropixels-Technologie, eine hochdichte Siliziumsonde zur Messung elektrischer Nervenzellaktivität, erfolgreich bei einem menschlichen Patienten eingesetzt. Im Rahmen einer Operation in einem Londoner Krankenhaus wurde die etwa haarfeine Sonde kurzzeitig implantiert, um in Echtzeit zu beobachten, wie das Gehirn auf spezifische sprachliche Reize reagiert.
Im Vergleich zu herkömmlichen Monitoring-Methoden, die lediglich Summensignale großer Zellverbände erfassen, erlauben diese Sonden die Analyse einzelner Neuronen. Dies bietet Wissenschaftlern einen präziseren Einblick in die Informationsverarbeitung innerhalb verschiedener Hirnareale. Die methodische Veränderung wird in Fachkreisen als Übergang von der groben Aufnahme einer Menschenmenge zur individuellen Analyse jedes einzelnen Sprechers beschrieben.
Die seit 2017 existierende Technologie wurde ursprünglich in einer Kooperation zwischen dem Howard Hughes Medical Institute und dem Forschungszentrum Imec entwickelt. Bisher fand sie vorwiegend in der Grundlagenforschung an Tieren Anwendung. Trotz der erfolgreichen Anwendung am Menschen betonen die beteiligten Experten, dass es sich hierbei um ein wissenschaftliches Instrument handelt und noch nicht um ein klinisch zugelassenes Medizinprodukt oder ein Brain-Computer-Interface.