Neurowissenschaften: Typische Büromerkmale überlasten das Gehirn
Eine neue Übersichtsarbeit zeigt, dass Geometrie, Beleuchtung und Muster am Arbeitsplatz das Gehirn überlasten können. Als Lösung wird vorgeschlagen, Räume natürlicher zu gestalten.

Eine umfassende Überprüfung, angeführt von Forschern der University of Stirling und der University of Essex, legt nahe, dass viele moderne Bürogestaltungen kognitive Funktionen beeinträchtigen können. Die in der Fachzeitschrift Vision veröffentlichte Studie postuliert, dass gängige Elemente in Büros, wie z. B. repetitive Muster, Rasterdecken und einheitliche Beleuchtung, das Gehirn überlasten können.
Die zentrale Prämisse der Untersuchung ist, dass das menschliche visuelle System darauf ausgelegt ist, natürliche Umgebungen effizient zu verarbeiten. Diese natürlichen Umgebungen weisen ein spezifisches mathematisches Muster in der Verteilung von Kontrast und Details auf, ein Muster, das in zeitgenössischer Architektur weitgehend fehlt.
Diese Diskrepanz zwischen den entwicklungsgeschichtlichen visuellen Verarbeitungskapazitäten und der modernen Büroästhetik kann zu einer erhöhten kognitiven Belastung und mentaler Ermüdung führen. Die Überprüfung fasst Erkenntnisse aus Psychologie, Optometrie, Architektur und Ingenieurwesen zusammen, um ihre Thesen zu untermauern.
Als potenzielle Lösung befürworten die Forscher Bürogestaltungen, die natürliche Elemente und Muster integrieren. Dieser Ansatz zielt darauf ab, harmonischere und weniger fordernde Umgebungen zu schaffen, die potenziell die Konzentration und das Wohlbefinden der Mitarbeiter verbessern, indem der Arbeitsplatz an die natürlichen Verarbeitungskapazitäten des Gehirns angepasst wird.