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Buch porträtiert Künstlerleben zwischen zwei Diktaturen

Andreas Möllers neues Sachbuch beleuchtet die Biografie seines Großvaters Andreas Nießen. Es thematisiert, wie der Grafikdesigner unter Nationalsozialismus und DDR-Regime Freiräume schuf.

15. Juli 2026
Buch porträtiert Künstlerleben zwischen zwei Diktaturen

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) präsentiert Andreas Möllers neues Sachbuch, das die Biografie seines Großvaters Andreas Nießen zum Thema hat. Der Titel "Am Rande Berlins lebt die Intelligenz" deutet die Auseinandersetzung mit einem Leben an, das von zwei Diktaturen geprägt war: dem Nationalsozialismus und der DDR.

Möller beschreibt in seinem Werk, wie sein Großvater, ein Grafiker und Werbezeichner, versuchte, seine künstlerische Schaffenskraft und sein Familienleben in einem Umfeld zu behaupten, das Konformität verlangte. Das Buch schildert, wie Nießen in Kleinmachnow, einem damaligen Treffpunkt von Intellektuellen und Künstlern, für sich und sein Umfeld "kleine Inseln der Freiheit" schuf.

Diese biografische Herangehensweise hebt sich von vielen früheren Darstellungen ab. Möller vermeidet eine Verurteilung seines Großvaters und sucht stattdessen nach Verständnis für dessen Entscheidungen und Überlebensstrategien. Es wird thematisiert, welche Opfer und Kompromisse Menschen eingehen mussten, um ihre Identität und Unabhängigkeit unter zwei totalitären Systemen zu bewahren.

Das Buch beleuchtet über die Einzelschicksale hinaus, wie sich Künstler und Intellektuelle in autoritären Staaten Freiräume schufen. Kleinmachnow wird als Beispiel für ein solches "geduldetes "Widerstands" oder "Ungehorsam" dargestellt, in dem innerhalb kleiner Gemeinschaften individuelle Ausdrucksformen und Gedanken aufrechterhalten wurden.

Originalquelle: mdr.de