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Wissenschaft

Neue Methode zur Lithium-Gewinnung aus festem Salz benötigt kaum Frischwasser

Wissenschaftler der Monash University haben eine neue Technik zur Extraktion von Lithium aus festen Salzgemischen entwickelt, die im Vergleich zu herkömmlichen Methoden den Bedarf an Frischwasser und Energie drastisch reduziert.

13. Juni 2026
Neue Methode zur Lithium-Gewinnung aus festem Salz benötigt kaum Frischwasser

Ein Wissenschaftlerteam der Monash University in Australien hat eine neuartige Methode zur Gewinnung von Lithium, einem Schlüsselrohstoff für die Batterieherstellung, entwickelt. Das Verfahren extrahiert Lithium aus festen, lithiumhaltigen Salzgemischen anstelle von flüssigen Solen. Dieser neue Ansatz benötigt erheblich weniger Frischwasser und Energie und stellt damit eine umweltfreundlichere Alternative zur herkömmlichen Lithiumgewinnung dar.

Aktuell wird Lithium hauptsächlich auf zwei Wegen gewonnen: durch den Abbau von Festgestein und anschließender Raffination oder durch Verdunstung lithiumreicher Solen in großen Becken. Die Verdunstungsverfahren können Monate bis Jahre dauern, um eine nutzbare, konzentrierte Lithiumchloridlösung zu erhalten. Zwar existieren schnellere Direkt-Lithium-Extraktions (DLE)-Methoden, diese verbrauchen jedoch enorme Mengen an Frischwasser, das in den trockenen Regionen, in denen diese Solen vorkommen, knapp ist. Dies hat schwerwiegende Folgen für lokale Ökosysteme und Gemeinschaften. Zudem sind diese traditionellen Verfahren ineffizient und gewinnen weniger als die Hälfte des verfügbaren Lithiums zurück.

Die von den Wissenschaftlern der Monash University entwickelte Technik nutzt die feste Salzkruste, die nach der Verdunstung zurückbleibt und in der das Lithium gebunden ist. Die Forscher waschen das Salz mit industriellen Lösungsmitteln wie Ethanol und Aceton. Diese organischen Flüssigkeiten lösen das Lithium heraus und trennen es gleichzeitig von Verunreinigungen wie Bor und Sulfat. Diese Verunreinigungen haften typischerweise an der Lithiummatrix und erfordern bei herkömmlichen Methoden separate chemische Behandlungen. Dies minimiert den Bedarf an großen Mengen an Frischwasser.

Das gewonnene Lithium erreicht direkt nach der Extraktion eine hohe Reinheit, was seine Verwendung in Batterien erleichtert. Die Methode soll bis zu 95 Prozent des Lithiums extrahieren können, was fast die doppelte Ausbeute herkömmlicher Verfahren darstellt. Die Universität hat ein Patent für diese Technologie angemeldet, die einen bedeutenden Fortschritt für eine nachhaltigere und effizientere Lithiumproduktion darstellt.

Originalquelle: heise.de