Neues Forschungszentrum für Infektionsforschung in Penzberg entsteht
Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) spielen eine Schlüsselrolle in einem neuen Zentrum für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung, dessen Bau in Penzberg begonnen hat.

In Penzberg, Bayern, entsteht ein neues Zentrum für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung. Die Einrichtung wird das Fraunhofer-Institut für Translationsmedizin und Pharmakologie (ITMP) beherbergen und sich auf die Entwicklung von Gegenmaßnahmen gegen zukünftige Pandemien und Infektionskrankheiten konzentrieren.
Die COVID-19-Pandemie gab den entscheidenden Anstoß für das Projekt. Der bayerische Ableger des Fraunhofer ITMP wurde 2022 in gemieteten Räumlichkeiten im Biotechnologiezentrum des Pharmaunternehmens Roche in Penzberg gegründet. Ziel ist die Identifizierung und Charakterisierung pandemischer Krankheitserreger, die Entwicklung neuer Diagnostika und Therapien sowie die detaillierte Erforschung der Rolle des Immunsystems bei Infektionskrankheiten.
Experten der LMU und des LMU Universitätsklinikums sind maßgeblich an den Abläufen der neuen Einrichtung beteiligt. Michael Hoelscher, Professor für Global Health & Infectious Diseases an der LMU, beschreibt die Konstellation als idealen „Innovationskreis“. LMU-Labore schaffen die Basistechniken, Fraunhofer-Spezialisten entwickeln daraus gemeinsam mit der Industrie Diagnostika und Therapeutika, und das LMU Universitätsklinikum evaluiert und implementiert diese in klinischen Studien.
Die Zusammenarbeit umfasst auch die Technische Universität München, Helmholtz Munich und das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. Die Partnerschaft soll die Entwicklung neuer Impfstoffe und Behandlungen, beispielsweise gegen Vogelgrippe, sowie entsprechender Diagnostika beschleunigen. Das LMU Universitätsklinikum fungiert zudem als europäisches Impfstoff-Hub und ist eine der größten Einheiten für internationale klinische Studien in Europa.