Neuer Schwerpunkt VEBITA untersucht tierische Mobilität
Das Land Hessen fördert ab Januar 2027 den neuen Schwerpunkt VEBITA zur Erforschung tierischer Anpassungsfähigkeit mit rund 4,6 Millionen Euro. Die Untersuchung nutzt Tierbewegungsdaten und KI, um Reaktionen auf Umweltveränderungen zu analysieren.

Das Land Hessen fördert ab Januar 2027 den neuen Schwerpunkt „Verhaltensplastizität im Wandel: Biologging als Schlüssel zur Erfassung tierischer Anpassungsfähigkeit (VEBITA)“ mit rund 4,6 Millionen Euro. Das vierjährige Projekt untersucht, wie Tiere auf Umweltveränderungen reagieren und wie diese Erkenntnisse für Forschung und Naturschutz nutzbar gemacht werden können.
Der VEBITA-Schwerpunkt wird vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und der Philipps-Universität Marburg getragen. Im Zentrum steht die Analyse von Bewegungsdaten, die durch biologische Sensoren an Tieren gewonnen werden, unterstützt durch künstliche Intelligenz. Ziel ist es, die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit von Tierpopulationen an Klimawandel und Lebensraumveränderungen besser zu verstehen.
„Bewegungsdaten ermöglichen direkte Einblicke in das Verhalten von wildlebenden Tieren und sind entscheidend dafür, ob eine Art sich erfolgreich an Umweltveränderungen anpasst oder verschwindet“, erläutert Prof. Dr. Thomas Müller, Sprecher des VEBITA-Projekts. Die Forschung soll dazu beitragen, ökologische Prozesse besser zu verstehen und vorausschauendes Umweltmonitoring zu ermöglichen.
Gemeinsam mit Entscheidungsträgern aus Naturschutz und Praxis sollen konkrete Anwendungsfälle entwickelt werden. Fallstudien zu mongolischen Gazellen und Großvögeln in Hessen sind geplant, um die Erkenntnisse in den Dialog mit lokalen Akteuren zu bringen und die Potenziale für ein neues Umweltmonitoring auszuloten. Die Ergebnisse sollen auch Risiken wie die Ausbreitung von Krankheiten besser einschätzbar machen.