Neue Satellitenmethode misst Gezeiten an Stränden mit Metergenauigkeit
Forscher der Technischen Universität München und der Universität Oxford haben eine neue satellitenbasierte Methode entwickelt, die Gezeitenwasserstände an Stränden mit einer Auflösung von rund 100 Metern misst.

Forscher der Technischen Universität München (TUM) und der Universität Oxford haben eine neuartige satellitenbasierte Methode zur Messung von Gezeitenwasserständen an Küsten entwickelt. Die Technik nutzt den Strand als natürliche Messlatte, indem sie die Position der Küstenlinie in Satellitenbildern mit der bekannten Neigung des Strandes kombiniert.
Dieser neue Ansatz liefert Daten mit einer Auflösung von etwa 100 Metern, was eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren satellitenbasierten Methoden darstellt, die typischerweise eine Auflösung von etwa 10 Kilometern boten. Mit dieser Methode konnten die Forscher Gezeitenunterschiede von fast einem Meter über eine 90 Kilometer lange Küstenlinie in Neuseeland identifizieren.
Die Methode kann den Küstenschutz, die Hochwasservorhersage und die Navigation verbessern, insbesondere in Gebieten ohne lokale Gezeitenmessstationen, wie Teilen Afrikas und Südostasiens. Sie kann auch helfen, kombinierte Hochwasserrisiken durch Starkregen, Sturmfluten und hohe Gezeiten abzuschätzen.
Für die Studie wurden über 40 Jahre Satellitenbilder des Landsat-Programms der NASA und des U.S. Geological Survey ausgewertet. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment veröffentlicht. Die Forscher gehen davon aus, dass die Methode durch zusätzliche Satellitendaten von Programmen wie Copernicus Sentinel-2 weiter verfeinert werden kann.