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Technologie

Neues System lokalisiert Seekabel hochpräzise im Meeresboden

Das Fraunhofer IWES hat ein neues seismo-akustisches Verfahren zur Lokalisierung von untermeerischen Übertragungskabeln entwickelt. Das System bietet verbesserte Genauigkeit und Zuverlässigkeit bei der Bestimmung von Kabelpositionen.

14. Oktober 2026

Die präzise Lokalisierung von Übertragungskabeln unterhalb von Offshore-Windparks ist entscheidend für die deutsche Energiewende. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme (IWES) haben ein neuartiges seismo-akustisches Messsystem entwickelt, das untermeerische Kabel mit hoher Präzision und Zuverlässigkeit identifizieren kann. Diese Entwicklung verbessert die Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit von Offshore-Windparks und anderer subsea-Infrastruktur erheblich.

Bisherige akustische und magnetische Methoden zur Kabeldetektion erwiesen sich als zeitaufwendig, kostspielig und unzuverlässig. Insbesondere bei tief im Sediment vergrabenen Kabeln oder in Gebieten mit mehreren überlappenden Kabeln stießen diese Verfahren an ihre Grenzen. Das neue System, entwickelt im Rahmen des SASACD-Projekts (Seismo-Acoustic Synthetic Aperture Cable Detection), kann Kabel mit einem Durchmesser von nur 25 Zentimetern auf wenige Dezimeter genau lokalisieren. Das Verfahren ermöglicht die Überwachung von Kabeltrassen über große Flächen.

Das Fraunhofer IWES koordiniert das SASACD-Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen und TenneT Offshore GmbH durchgeführt wird. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert die Initiative. Laut dem Forschungsinstitut kann die seismo-akustische Bildgebungsmethode Kabel in den oberen Sedimentschichten des Meeresbodens effektiv erkennen, was die Planung von Wartungsarbeiten erleichtert und die Zuverlässigkeit von Offshore-Windparks erhöht.

Die Präzision des Systems ist entscheidend für die Verlegung neuer Seekabel, um Beschädigungen bestehender Kabel zu vermeiden, sowie für den Schutz und die Reparatur alter Kabel. Meeresströmungen und Sedimentbewegungen können tief vergrabene Kabel im Laufe der Zeit verschieben, weshalb eine regelmäßige Aktualisierung ihrer Positionen vor der Installation neuer Infrastruktur oder vor Reparaturarbeiten unerlässlich ist.

Originalquelle: fraunhofer.de