New York plant Gesetz zur Direktbeschäftigung von Amazon-Lieferfahrern
Ein neuer Gesetzentwurf im New Yorker Stadtrat könnte Amazon verpflichten, Lieferfahrer direkt anzustellen, statt auf Subunternehmer zu setzen.

Der New Yorker Stadtrat prüft derzeit den Delivery Protection Act, ein Gesetz, das Unternehmen wie Amazon dazu verpflichten würde, ihre Lieferfahrer direkt zu beschäftigen. Bisher werden die meisten Paketzusteller über externe Logistikpartner (Delivery Service Providers, DSPs) engagiert, was Amazon laut Kritikern eine faktische Kontrolle über den Arbeitsalltag ermöglicht, während die rechtliche Arbeitgeberverantwortung bei den Subunternehmern verbleibt.
Befürworter des Gesetzes fordern strengere Standards für Sicherheit und Ausbildung. Ein Bericht des New Yorker Stadtrechnungshofs von 2025 stellte fest, dass die Unfallraten bei den für Amazon tätigen Logistikfirmen überdurchschnittlich hoch sind. Fahrer klagen über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und durch Algorithmen vorgegebene Zeitvorgaben, die ihre körperliche Gesundheit gefährden könnten.
Amazon lehnt den Gesetzentwurf entschieden ab. Ein Unternehmenssprecher betonte, dass die geplante Regulierung kleine Partnerunternehmen gefährde und mehr als 5.000 Arbeitsplätze in New York in Gefahr bringen könnte. Das Unternehmen hat deutlich gemacht, dass es bei einer Verabschiedung des Gesetzes gezwungen sein könnte, seine Lieferlogistik aus dem Stadtgebiet von New York abzuziehen.
Die Mehrheit der Stadtratsmitglieder unterstützt das Vorhaben derzeit, was eine Verabschiedung wahrscheinlich macht. Sollte das Gesetz in Kraft treten, würde es eine grundlegende Änderung der arbeitsrechtlichen Struktur im New Yorker Liefersektor erzwingen und Amazon direkt für die Arbeitsbedingungen seiner Zusteller verantwortlich machen.