New York Fed: Viele Büroangestellte arbeiten isoliert
Eine neue Untersuchung belegt, dass Beschäftigte im Büro ihre Tätigkeit trotz Anwesenheitspflicht oft als isoliert und rein virtuell wahrnehmen.

Eine Studie der Federal Reserve Bank of New York zeigt, dass ein erheblicher Teil der Büroangestellten den Arbeitsalltag als isoliert empfindet. Die Forscherinnen Natalia Emanuel und Emma Harrington stellten fest, dass fast die Hälfte der Zeit im Büro mit virtueller Kommunikation via Zoom oder Slack verbracht wird, ohne dass nennenswerte persönliche Interaktionen stattfinden. 48,8 Prozent der Befragten berichteten von keinem einzigen persönlichen Meeting an ihrem letzten Bürotag.
Die Ergebnisse stellen die Argumentation vieler Unternehmen infrage, die eine Rückkehr ins Büro mit der Notwendigkeit für Zusammenarbeit und Produktivität begründen. Laut der Studie führen hybride Arbeitsmodelle und geografisch verteilte Teams dazu, dass die physische Präsenz im Büro oft keinen inhaltlichen Mehrwert gegenüber der Arbeit im Homeoffice bietet. In 37 Prozent der Fälle nahmen Beschäftigte an virtuellen Meetings teil, obwohl sich alle Beteiligten im selben Bürogebäude aufhielten.
Die Forscher führen diese Diskrepanz auf eine Kombination aus unkonsequent durchgesetzten Präsenzpflichten und einer veränderten Arbeitsstruktur zurück. Die Untersuchung verdeutlicht, dass der Arbeitsweg für viele Beschäftigte lediglich zu einer anderen Umgebung für digitale Meetings führt, was die beabsichtigten Vorteile der Bürotätigkeit weitgehend neutralisiert.