Nikes Lieferkettenstrategie im Wandel
Der Sportartikelhersteller Nike optimiert seine globale Lieferkette, um den wachsenden Direktvertrieb und strikte Nachhaltigkeitsziele zu bedienen.

Nike setzt weiterhin auf ein Modell der Auftragsfertigung und arbeitet mit über 120 unabhängigen Fabriken in 13 Ländern zusammen. Mit Standorten primär in Vietnam, Indonesien und China vermeidet der Konzern hohe Fixkosten durch eigene Fabriken und kann das operative Risiko besser streuen. Diese Strategie ist zentral für die schlanke Kostenstruktur des Unternehmens.
Der signifikanteste Wandel findet im Vertrieb statt: Der Anteil des Direktvertriebs an den Gesamterlösen stieg von 20 Prozent im Jahr 2014 auf über 44 Prozent im Jahr 2023. Diese Umstellung stellt hohe Anforderungen an die Logistik und Lagerhaltung. Um Überproduktionen zu vermeiden und auf Trends schneller reagieren zu können, setzt Nike verstärkt auf KI-gestützte Analysetools für die Nachfrageprognose.
Im Rahmen der "Move to Zero"-Initiative integriert Nike Nachhaltigkeitsziele in seine Lieferkette. Dazu gehören die Erfassung von Emissionen bei Logistikpartnern sowie die Nutzung von Produktionsabfällen bei der Herstellung von Air-Sohlen. Zudem wird die Kreislaufwirtschaft durch Rücknahmeprogramme für getragene Produkte gestärkt.
Trotz früherer Prognosen über eine vollständige Automatisierung der Fabriken hat sich in der Praxis ein hybrider Ansatz bewährt, der technologische Lösungen mit traditioneller Fertigung kombiniert, um sowohl Skaleneffekte als auch Flexibilität zu gewährleisten.