Nintendo hält an physischen Spielen fest – anders als Sony
Nintendo bekräftigt, dass keine Pläne bestehen, den Verkauf physischer Spiele einzustellen, im Gegensatz zu Sonys Schritt weg von Discs. Die Entscheidung priorisiert Kundenpräferenzen und die Flexibilität der Switch 2-Plattform.

München – Der japanische Videospielhersteller Nintendo hat bekräftigt, weiterhin physische Spiele zu veröffentlichen. Dies steht im Gegensatz zur Entscheidung von Konkurrent Sony, die Produktion von physischen Discs für zukünftige PlayStation-Spiele einzustellen. Bill van Zyll, Vizepräsident und Geschäftsführer von Nintendo für Lateinamerika, betonte in einem Interview, dass die Präferenzen der Verbraucher bei Nintendos Entscheidungen eine wichtige Rolle spielen.
Van Zyll erklärte, dass die aktuelle Konsole des Unternehmens, die Nintendo Switch 2, sowohl digitale als auch physische Spieleformate unterstützt. "Wir haben keine Pläne, auf physische Medien zu verzichten", sagte er und reagierte damit auf wachsende Bedenken in der Gaming-Community hinsichtlich der Zukunft des physischen Mediums. Sony hatte zuvor angekündigt, die Produktion von physischen Discs für alle neuen PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einzustellen.
Nintendos Ansatz unterscheidet sich deutlich von dem von Sony. Während digitale Verkäufe zunehmen, stellen physische Spiele für Nintendo weiterhin eine bedeutende Einnahmequelle dar. Im Quartal, das am 30. Juni endete, machten physische Spiele 38,5 Prozent des gesamten Softwareumsatzes von Nintendo aus. Sony hingegen erzielt einen kleineren Teil seiner Umsätze mit physischen Discs und könnte durch die Abschaffung physischer Laufwerke Kosteneinsparungen für seine Hardware der nächsten Generation anstreben.
Van Zylls Aussagen könnten besonders in Regionen wie Lateinamerika Bedeutung haben, wo der Verkauf physischer Spiele weiterhin stark ist. Nintendos traditionelle Geheimhaltung bezüglich zukünftiger Hardwarepläne erschwert langfristige Verpflichtungen. Obwohl die Switch 2 Spielmodule verwendet, sind einige Titel auf Download-Codes angewiesen, was Fragen hinsichtlich der langfristigen Archivierung und Zugänglichkeit von Spielen aufwirft, falls digitale Plattformen eines Tages abgeschaltet werden.