Nokia und europäische Tech-Konzerne fordern Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit
Nokia-CEO Justin Hotard und weitere Industrieführer mahnen zu einer gemeinsamen europäischen Strategie, um im globalen Technologiewettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren.

Nokia-CEO Justin Hotard hat sich gemeinsam mit den Spitzen von Airbus, ASML, Ericsson, Mistral AI, SAP und Siemens in einem offenen Brief an die europäische Politik gewandt. Die Gruppe, die kürzlich mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel zusammenkam, warnt vor einer schwindenden Wettbewerbsfähigkeit Europas und fordert einen Kurswechsel bei der Industriepolitik.
Die Unterzeichner kritisieren die Zersplitterung der europäischen Märkte sowie eine zunehmend komplexe regulatorische Umgebung, die Unternehmen bei der Skalierung ihrer Innovationen ausbremse. Insbesondere bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz drohe Europa den Anschluss zu verlieren, da die politische Debatte zu sehr auf Regulierung und zu wenig auf die praktische industrielle Umsetzung fokussiert sei.
Um den Anschluss an den Weltmarkt zu sichern, fordern die Industrievertreter eine drastische Vereinfachung digitaler Vorschriften sowie eine Reform des Wettbewerbs- und Fusionsrechts. Ziel ist es, europäische Unternehmen in die Lage zu versetzen, global wettbewerbsfähige Strukturen aufzubauen. Die beteiligten Konzerne beschäftigen zusammen knapp eine Million Menschen und erzielen einen Jahresumsatz von rund 417 Milliarden Euro.