Nokia erzwingt Verkaufsstopp für Acer- und Asus-PCs in Deutschland
Nokia hat in Deutschland einen Verkaufsstopp für Computer von Acer und Asus erwirkt. Grund ist ein Patentstreit um den H.265-Videocodec, der zur effizienten Videokompression dient.

Der Technologiekonzern Nokia hat in Deutschland einen Verkaufsstopp für PCs der Hersteller Acer und Asus durchgesetzt. Dies ist das Ergebnis eines Patentstreits um den Videocodec H.265 alias HEVC (High Efficiency Video Coding), der für eine effiziente Videokompression eingesetzt wird.
Als Reaktion darauf hat Acer seine deutsche Webseite inklusive Online-Shop vollständig offline genommen und entschuldigt sich für die "Unannehmlichkeiten". Asus hat in seinem deutschen Online-Shop alle Desktop-PCs und Notebooks als "nicht vorrätig" markiert, verkauft aber weiterhin andere Hardware und Peripheriegeräte. Zudem sind sämtliche Asus-Webseiten von Deutschland aus nicht mehr erreichbar und zeigen die Meldung "We'll be back" (Wir werden zurück sein).
Dem Handel ist es vorerst gestattet, noch vorhandene Lagerbestände von Acer- und Asus-PCs zu verkaufen. Neue Lieferungen werden jedoch vorerst ausbleiben. Derartige Patentstreitigkeiten führen zwar oft zu einer zeitnahen Einigung, können im Ernstfall aber zu vorübergehenden Lieferengpässen führen.
Im Kern des Streits steht das europäische Patent EP2375749, das eine Methode zur effizienten Anpassung von Bildraten in Videoströmen beschreibt. Nokia hatte bereits 2024 auf Basis desselben Patents einen Verkaufsstopp für Amazons Fire TV Sticks in Deutschland erwirkt, der später durch eine Einigung beigelegt wurde. Das deutsche Gericht kam zu dem Schluss, dass Acer und Asus zwar grundsätzlich lizenzwillig seien, die Parteien sich jedoch nicht über die Lizenzbedingungen einigen konnten. Ein strittiger Punkt scheint Nokias Forderung zu sein, die Lizenzgebühren auf Basis des gesamten PCs oder Notebooks zu berechnen, anstatt nur auf der Basis der Komponente, die den Videocodec verarbeitet, was die Kosten erheblich steigern würde. Ein paralleles Verfahren in Großbritannien prüft niedrigere Lizenzgebühren.