Norisbank: Deutsche sparen und konsumieren 2026 bewusster
Laut einer Umfrage der Norisbank planen Deutsche, insbesondere junge Menschen, ihre finanziellen Ziele für 2026 auf Sparen, bewussten Konsum und Schuldenvermeidung auszurichten, angesichts steigender Preise und wirtschaftlicher Unsicherheit.

Bonn – Trotz anhaltend hoher Preise und unsicherer Zeiten starten viele Deutsche mit klaren finanziellen Vorsätzen ins Jahr 2026. Eine aktuelle Umfrage der Norisbank zeigt einen deutlichen Trend: Sparen steht im Vordergrund, Konsum wird bewusster gestaltet und anstelle von Krediten greifen die Menschen vermehrt auf ihre Rücklagen zurück. Die jüngere Generation geht hier mit vorausschauender und digitaler Finanzplanung voran.
Sparen ist erneut das oberste finanzielle Ziel für 2026. Fast ein Viertel der Deutschen (24,1 %) plant, genauso viel zu sparen wie im Vorjahr, weitere 22,9 % wollen ihre Sparbemühungen sogar steigern. Dieser Trend ist besonders ausgeprägt bei den 18- bis 29-Jährigen, von denen 40,9 % mehr zurücklegen möchten. Sparen wird dabei zunehmend nicht als Verzicht, sondern als vorausschauende Finanzverwaltung verstanden, oft unterstützt durch systematische Ansätze wie Daueraufträge. Über die Hälfte der Befragten (51,2 %) plant, unnötige Ausgaben zu reduzieren, während ein kleiner Teil (8,3 %) sich bewusst mehr leisten möchte, trotz Inflation.
Investitionen in die eigene Gesundheit sind ebenfalls ein wichtiges Ziel für 2026. 19 % der Befragten planen, Geld für Sport, Wellness oder gesunde Ernährung auszugeben. Dieser Wert bleibt stabil im Vergleich zu den Vorjahren. Insbesondere jüngere Erwachsene (18-39 Jahre) zeigen eine starke Motivation, ihr Wohlbefinden zu fördern. Auch der Vermögensaufbau bleibt ein Fokus, wobei 14,4 % planen, ihr Vermögen durch Sparkonten oder Investitionen zu erhöhen. Die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist hier am aktivsten, mit über 32 % Ziel des Vermögensaufbaus.
Der Wunsch nach großen Anschaffungen und Reisen scheint abzunehmen. Nur 12,1 % planen größere Käufe und 11 % möchten reisen, beides Rückgänge gegenüber dem Vorjahr. Eine bemerkenswerte Veränderung ist die Vermeidung von Schulden: Nur 6,9 % planen, einen Bankkredit aufzunehmen. Stattdessen wollen 46,4 % ihre vorhandenen Ersparnisse nutzen, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Dieser vorsichtige Ansatz unterstreicht den allgemeinen Wunsch nach finanzieller Sicherheit in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten.
Die Deutschen planen, ihre Ziele auf verschiedene Weise zu erreichen: Die Reduzierung unnötiger Ausgaben (51,2 %) und die Einrichtung regelmäßiger Sparüberweisungen (28,4 %) sind die häufigsten Strategien. Die Suche nach zusätzlichen Einkommensquellen (17,2 %) und die Erstellung detaillierter Budgets (13,6 %) sind ebenfalls beliebte Methoden. Auch die Nutzung digitaler Werkzeuge wie Apps zur Finanzverwaltung nimmt zu, wobei 11,5 % diese nutzen.