📣 Senden Sie uns Ihre Pressemitteilung
Seite aktualisiert sich alle 15 Minuten
Gesundheit

Adipositas in Deutschland: Hohe Kosten durch Versorgungsdefizite

Experten auf einem Symposium von Lilly Deutschland betonten, dass Adipositas in Deutschland jährlich erhebliche wirtschaftliche Verluste verursacht. Die Erkrankung werde unterschätzt und die Versorgung sei unzureichend.

16. Juli 2026
Adipositas in Deutschland: Hohe Kosten durch Versorgungsdefizite

Adipositas verursacht in Deutschland erhebliche wirtschaftliche Schäden, die jährlich zweistellige Milliardenbeträge ausmachen. Die Prävalenz der Erkrankung ist in den letzten 20 Jahren um 62 Prozent gestiegen. Bei einem Symposium des forschenden Pharmaunternehmens Lilly Deutschland diskutierten Experten, warum Deutschland Adipositas nicht systematischer managt.

"Adipositas betrifft nicht nur einzelne Menschen, sondern beeinflusst Gesundheitssysteme, Sozialversicherungssysteme, den Arbeitsmarkt und damit die Zukunft der deutschen Volkswirtschaft", sagte Dr. Malina Müller vom WifOR-Institut. Die direkten Kosten für Adipositas und Folgeerkrankungen belaufen sich laut Müller auf 29,4 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen indirekte Kosten durch Produktivitätsverluste in Höhe von 33,4 Milliarden Euro. Der Verlust an Lebensqualität verursacht weitere Kosten von 18,4 Milliarden Euro.

Müller kritisierte die aktuelle Debatte, die oft nur auf Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen abziele. Sie betonte, dass Gesundheit die Grundlage für Wohlstand, Wachstum und Innovation sei. "Haben wir es uns leisten, nichts zu tun?", fragte sie rhetorisch. Präventive Maßnahmen gegen Übergewicht und Adipositas könnten das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2050 um jährlich 180 Milliarden Euro steigern – durch höhere Produktivität und weniger Arbeitsausfälle.

Dr. Alexander Horn, Geschäftsführer von Lilly Deutschland, zeigte sich verwundert darüber, dass Adipositas die einzige chronische Erkrankung in Deutschland ist, deren Therapie derzeit nicht erstattungsfähig ist. Er verwies auf eine Regelung im Sozialgesetzbuch, die Arzneimittel zur Gewichtsreduktion oder Appetitzügelung von den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen ausschließt. Horn sieht darin nicht nur eine Ungerechtigkeit gegenüber Patienten, sondern auch eine gesundheitspolitisch kurzsichtige Maßnahme, da eine konsequente Adipositas-Therapie ein wichtiges präventives Instrument zur Entlastung des Systems sei.

Originalquelle: pharma-fakten.de