Ofcom schlägt neue Regeln für betrügerische Anzeigen auf großen Tech-Plattformen vor
Große Technologieplattformen, darunter YouTube und TikTok, werden nach neuen Vorschlägern mit Regeln zur Bekämpfung von Betrugswerbung konfrontiert. Nichteinhaltung kann zu Bußgeldern von bis zu 18 Millionen Pfund oder 10 % des weltweiten Umsatzes führen.

Führende Technologieplattformen wie YouTube, Instagram und TikTok werden nach neuen Vorschlägen der britischen Regulierungsbehörde Ofcom verpflichtet, gegen betrügerische Anzeigen vorzugehen.
Die Regulierungsbehörde hat Entwürfe für Maßnahmen veröffentlicht, die darauf abzielen, die Öffentlichkeit vor betrügerischen Online-Anzeigen zu schützen. Laut Ofcoms Erkenntnissen haben über die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung im Vereinigten Königreich potenziell betrügerische Anzeigen online gesehen, und mehr als ein Drittel sieht diese häufig. Sollten die Entwürfe Gesetz werden, könnten Unternehmen, die sich nicht an die Regeln halten, mit Strafen von 18 Millionen Pfund oder 10 % ihres weltweiten Jahresumsatzes belegt werden, je nachdem, welcher Betrag höher ist.
Oliver Griffiths, Leiter für Online-Sicherheit bei Ofcom, erklärte: „Zu lange waren Opfer betrügerischen Anzeigen online ausgesetzt, und die Tech-Giganten haben einfach nicht genug getan, um die Betrüger zu bekämpfen, die ihre Plattformen nutzen.“ Er fügte hinzu: „Wir erwarten von den Unternehmen robuste Maßnahmen, um betrügerische Anzeigen auszumerzen und die dahinter stehenden Akteure auszusperren, um ihre Nutzer zu schützen.“
Die vorgeschlagenen Maßnahmen richten sich gegen Anzeigen, die Zuschauer irreführen oder dazu verleiten, Geld auszugeben. Dies beinhaltet die Verpflichtung, dass Tech-Unternehmen Personen, die Betrügereien posten, sperren und sie an der Erstellung neuer Konten hindern, ebenso wie diejenigen, die sich als legitime Unternehmen ausgeben. Ofcom führt derzeit eine Konsultation mit der Industrie und der Öffentlichkeit zu den vorgeschlagenen Maßnahmen durch. Die Konsultationsfrist endet am 2. Oktober.
Rocio Concha, Leiterin für Politik und Interessenvertretung bei Which?, begrüßte die Vorschläge als einen "bedeutenden Schritt", äußerte jedoch Bedenken, dass die Fristen die Verbraucher bis frühestens 2027 ungeschützt lassen, insbesondere angesichts der zunehmenden Raffinesse KI-generierter Betrügereien.