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Technologie

Ofcom plant strengere Regeln gegen Body-Shaming und Depressions-Inhalte

Die britische Aufsichtsbehörde Ofcom will Inhalte, die Body-Shaming und Depressionen fördern, als prioritäre Risiken für Minderjährige einstufen.

27. Oktober 2026

Die britische Kommunikationsbehörde Ofcom strebt eine Verschärfung der Online-Sicherheitsbestimmungen an. Künftig sollen Inhalte, die Körper stigmatisieren oder Depressionen verherrlichen, als „prioritäre Inhalte“ eingestuft werden. Damit wären Plattformbetreiber gesetzlich verpflichtet, Minderjährige systematisch vor diesem Material zu schützen.

Der aktuelle Bericht der Behörde verdeutlicht, dass die seit Juli 2025 geltenden Schutzmaßnahmen bisher keine nennenswerte Reduzierung der Belastung für Kinder gezeigt haben. Umfragen zeigen, dass 42 Prozent der 11- bis 17-Jährigen innerhalb von vier Wochen mit Inhalten konfrontiert wurden, die Körper stigmatisieren. Die Hauptquelle dieser Inhalte sind personalisierte Algorithmen, bei denen große Plattformen wie YouTube und TikTok bisher nur unzureichende Anpassungen vorgenommen haben.

Die technische Umsetzbarkeit bleibt ein zentraler Kritikpunkt. Während automatisierte Systeme bei der Altersverifikation erfolgreich sind, scheitern sie oft an der kontextuellen Einordnung von Text- und Videobeiträgen, die Depressionen oder Body-Shaming thematisieren. Da es sich um hochkomplexe, subjektive Inhalte handelt, fordern Experten eine bessere menschliche Kontrolle, während Ofcom selbst einräumt, keine konkreten Kosten für die Durchsetzung der neuen Regeln berechnet zu haben.

Die Einstufung als prioritäres Risiko würde den rechtlichen Druck auf die Betreiber massiv erhöhen. Von der regulatorischen Anpassung ausgenommen sind vorerst KI-Chatbots und extrem gewalttätige Inhalte, da hierfür separate Gesetzesvorhaben der britischen Regierung in Planung sind.

Originalquelle: medianama.com