Ofcom stellt weitere rechtliche Schritte gegen Suizid-Forum ein
Die britische Regulierungsbehörde Ofcom hat angekündigt, keine weiteren rechtlichen Schritte gegen ein Pro-Suizid-Forum einzuleiten. Demnach habe das Forum den Zugang für die Mehrheit der britischen Nutzer gesperrt und der Ofcom seien unter dem Online Safety Act keine weiteren rechtlichen Mittel mehr möglich.

Die britische Medienregulierungsbehörde Ofcom wird keine weiteren rechtlichen Schritte gegen ein Online-Forum einleiten, das Suizide fördert und mit über 130 Todesfällen in Großbritannien in Verbindung gebracht wird. Die Behörde begründet diesen Schritt damit, dass das Forum den Zugang für die "überwältigende Mehrheit" der britischen Nutzer gesperrt habe.
Darüber hinaus erklärte Ofcom, dass unter dem Online Safety Act (Gesetz zur Online-Sicherheit) keine weiteren rechtlichen Möglichkeiten mehr zur Verfügung stünden. Zwar räumt die Behörde ein, dass Nutzer das Forum weiterhin über VPNs erreichen könnten, welche die Online-Standortdaten verschleiern, doch dieImplementing des Geo-Blocks sei für Ofcom das Ende der Fahnenstange.
Kritiker und Organisationen zur Suizidprävention äußerten sich enttäuscht. Andy Burrows von der Molly Rose Foundation bezeichnete die Entscheidung als Mangel an "moralischem Mut" und prognostizierte, dass sie zu "weiteren verlorenen Leben" führen werde. Sarah Ruane von Samaritans stellte die Frage nach der Angemessenheit des Online Safety Act.
Das Forum war das erste, das unter dem neuen Gesetz zur Online-Sicherheit von Ofcom untersucht wurde. Im Mai verhängte Ofcom eine Geldstrafe von 950.000 Pfund gegen die Seite wegen Nichteinhaltung des Gesetzes. Die Strafe wurde nicht bezahlt. Ofcom prüft nun mit der Regierung, ob die eigenen Befugnisse gestärkt werden können, insbesondere um Internetanbieter gerichtlich zur Sperrung von Webseiten zu verpflichten.