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Technologie

Eine Person hinter Chatbot-Werbetafel: San Francisco-Anzeige hinterfragt KI

Tucker Bryant, ein ehemaliger Marketingmanager von Google, steckt hinter "ChatTJB.org", einer neuen Chatbot-Werbetafel in San Francisco. Der Dienst leitet alle Anfragen direkt an Bryant weiter und stellt die verbreitete KI-Werbung in Frage.

10. August 2026
Eine Person hinter Chatbot-Werbetafel: San Francisco-Anzeige hinterfragt KI

Eine Chatbot-Werbetafel, die kürzlich in der Innenstadt von San Francisco aufgetaucht ist und "ChatTJB.org" heißt, entpuppt sich als das Werk einer einzelnen Person: Tucker Bryant. Bryant, ehemals Marketingmanager bei Google, hat einen Dienst geschaffen, bei dem jede Benutzereingabe persönlich an ihn weitergeleitet wird, als Gegenpunkt zur Verbreitung von KI-Werbung.

Das Projekt ist Teil eines wachsenden Trends, bei dem unabhängige Künstler und Schöpfer den Zustrom von KI-Startups und deren Marketing kritisieren. Bryants Werbetafel, deren Miete im Juli 6.000 US-Dollar kostete, zielt darauf ab, kritisches Denken über die Rolle der KI in der Gesellschaft zu fördern. Laut Bryant ist San Francisco übersättigt mit KI-Werbung, was eine kognitive Dissonanz zwischen technologischen Versprechungen und Zukunftsängsten erzeugt.

ChatTJB.org ist seit April online. Die Benutzeroberfläche ist bewusst so gestaltet, dass sie Standard-KI-Chatbots ähnelt. Bryant erklärte, seine ursprüngliche Absicht sei es gewesen, die "kognitive Kapitulation" zu kommentieren – die Tendenz, sich übermäßig auf von KI generierte Antworten zu verlassen, ohne kritische Bewertung.

Bryant erhielt anfangs etwa 1.000 Anfragen täglich. Nach der Werbetafel und einem Instagram-Beitrag stieg das Volumen auf etwa 5.000 Anfragen pro Stunde. Aufgrund dieses massiven Ansturms hat Bryant den Dienst vorübergehend eingestellt. Er sucht derzeit Freiwillige, die bei den Antworten helfen, und entwickelt Sicherheitsfunktionen, einschließlich automatisierter Nachrichtenfilterung und Krisenressourcen.

Bryants Crowdsourcing-Modell für KI-Anfragen erinnert an den Dienst "Your AI slop bores me", der Anfang des Jahres an Bedeutung gewann. Andere Künstler haben auch Werkzeuge wie Browser-Erweiterungen und absichtlich verlangsamte Chatbot-Versionen geschaffen, um eine kritischere Auseinandersetzung mit KI zu fördern.

Originalquelle: fastcompany.com