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Wissenschaft

Optogenetik-Pioniere erhalten Nobelpreis für Physiologie oder Medizin

Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel erhalten den Nobelpreis für die Entwicklung der Optogenetik, einer Methode zur Steuerung von Nervenzellen mittels Licht.

5. Oktober 2026
Optogenetik-Pioniere erhalten Nobelpreis für Physiologie oder Medizin

Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2019 wurde den Wissenschaftlern Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel für ihre bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet der Optogenetik verliehen. Diese revolutionäre Technik ermöglicht es Forschern, die Aktivität spezifischer Nervenzellen mittels Licht zu steuern und bietet beispiellose Einblicke in die Gehirnfunktion.

Die Optogenetik entstand aus Studien an einzelligen Algen, die auf Licht reagieren. Über Jahrzehnte bauten Forscher auf dieser Grundlage auf und entwickelten Werkzeuge, die eine präzise Aktivierung oder Deaktivierung von Neuronen ermöglichen. Im Gegensatz zu früheren Methoden, die auf genetischer Deletion oder der Untersuchung von Hirnschäden beruhten, erlaubt die Optogenetik die Manipulation neuronaler Aktivität in einem ansonsten intakten Gehirn. Diese Präzision ist entscheidend, da die Plastizität des Gehirns andernfalls die Auswirkungen von Zellverlust oder entwicklungsbedingten Veränderungen maskieren kann.

Die Technik beinhaltet die genetische Modifikation spezifischer Neuronen, um lichtempfindliche Proteine zu exprimieren. Wenn Licht bestimmter Wellenlängen auf diese Proteine trifft, aktivieren oder hemmen sie die Zielzellen. Dies ermöglicht es Wissenschaftlern, neuronale Schaltkreise zu kartieren und die Rolle einzelner Neuronen bei komplexen Verhaltensweisen und kognitiven Prozessen zu verstehen. Die Entwicklung der Optogenetik hat die Neurowissenschaften erheblich vorangebracht und ermöglicht detaillierte Untersuchungen von Erkrankungen wie Parkinson, Depression und Sucht.

Diese Auszeichnung würdigt die gemeinschaftlichen und anhaltenden Bemühungen zahlreicher Wissenschaftler weltweit bei der Etablierung der Optogenetik als wichtiges Werkzeug in der neurowissenschaftlichen Forschung. Die Fähigkeit, neuronale Schaltkreise präzise mit Licht zu steuern, hat neue Wege für das Verständnis des Gehirns eröffnet und birgt Potenzial für zukünftige therapeutische Interventionen.

Originalquelle: arstechnica.com