Orbital Matter gelingt 3D-Druck eines starren Trägers im All
Das deutsche Startup Orbital Matter hat erstmals eine starre Struktur in der Schwerelosigkeit per 3D-Druck gefertigt. Ein Satellit produzierte dabei einen halben Meter langen Träger im Vakuum.

Das deutsche Unternehmen Orbital Matter hat einen technischen Meilenstein bei der Fertigung im Weltraum erreicht. Der Satellit Replicator-2, der im Rahmen einer SpaceX-Mission ins All befördert wurde, konnte erfolgreich einen 50 Zentimeter langen, starren Träger aus einem UV-härtenden Harz drucken.
An Bord des Satelliten befinden sich vier 3D-Drucker, die das Material in der Vakuumumgebung verarbeiten. Bislang müssen große Satellitenkomponenten wie Solarpaneele oder Spiegel für den Transport in Raketenverkleidungen gefaltet werden. Diese mechanische Begrenzung entfällt, wenn Strukturen direkt im Orbit produziert werden können.
Laut CEO Jakub Stojek bestätigt das Experiment, dass künftige Satelliten ohne die Restriktionen der Startkonfiguration in der benötigten Größe gebaut werden können. Das Vorhaben wurde in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und Thales Alenia realisiert.
Die Fähigkeit, Infrastruktur direkt im All zu fertigen, ist ein entscheidender Schritt für die geplante Entwicklung orbitaler Rechenzentren. Diese benötigen große Oberflächen zur Energieerzeugung und Wärmeableitung, die im Weltraum künftig effizienter realisiert werden könnten.