Osteopatieverbände fordern eigenes Berufsgesetz angesichts von Fachkräftemangel in der Physiotherapie
Die größten deutschen Osteopatieverbände fordern eine eigene berufsrechtliche Regelung für Osteopathie im Zuge des Fachkräftemangels in der Physiotherapie.

BERLIN – Der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) und der Bundesverband Osteopathie (BVO) fordern angesichts der Analyse zum Fachkräftemangel eine eigene berufsrechtliche Regelung für den Beruf des Osteopathen. Die Analyse der Bundesagentur für Arbeit attestiert einen deutlichen und sich verschärfenden Mangel an Physiotherapeuten.
Laut der Analyse dauert es durchschnittlich 157 Tage, eine freie Stelle in der Physiotherapie zu besetzen. Auf 100 offene Stellen kommen lediglich 31 arbeitslos gemeldete Physiotherapeuten. Dies verschärft die Situation im deutschen Gesundheitssystem.
Die Vorsitzenden von VOD und BVO, Prof. Marina Fuhrmann und Georg Schöner, äußerten sich besorgt über die Entwicklung. Sie bestätigen aus eigener Erfahrung, dass die Vermittlung von Patienten an Physiotherapeuten mit freien Kapazitäten zunehmend schwieriger wird. Sie unterstützen daher die Forderungen nach einer Stärkung der Physiotherapie absolut.
Gleichzeitig sehen die Verbände ihre Forderung nach einer berufsgesetzlichen Regelung der Osteopathie durch die Analyse bestätigt. Der „Osteopath gehört als Osteopath gesetzlich geregelt“, betonten Fuhrmann und Schöner. Sie lehnen eine Integration der Osteopathie in die Physiotherapieausbildung ab, da es sich um zwei unterschiedliche und anspruchsvolle Disziplinen handelt. Eine solche Integration würde die Personalsituation der Physiotherapie weiter gefährden und ausgebildete Physiotherapeuten abziehen.
Die Verbände fordern daher, den Fachkräftebedarf in der Physiotherapie gezielt anzugehen und die längst überfällige berufsgesetzliche Regelung der Osteopathie separat umzusetzen.