Überoptimierung schadet Arbeit und Lebensqualität
Eine neue Analyse warnt, dass das ständige Streben nach Perfektion in Arbeit und Privatleben zu Burnout und verminderter Lebensfreude führen kann. "Gut genug" ist oft ausreichend.

Das unaufhörliche Streben nach Optimierung und Perfektion kann sowohl im Berufs- als auch im Privatleben nachteilig sein, so eine aktuelle Analyse. Der Druck, jeden Aspekt des Lebens ständig zu verbessern, von der Schlafqualität und Ernährung bis hin zur Arbeitsleistung, kann zu Erschöpfung führen und die allgemeine Lebensfreude mindern.
Die Analyse stützt sich auf das Konzept des "Satisficing", das vom Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Herbert A. Simon in den 1950er Jahren geprägt wurde. Simon argumentierte, dass das Streben nach dem absolut "optimalen" Ergebnis aufgrund menschlicher Zeit- und kognitiver Kapazitätsgrenzen oft ein vergebliches Unterfangen ist.
Weitere psychologische Forschungen unterscheiden zwischen "Maximierern", die stets nach der bestmöglichen Option suchen, und "Satisficern", die sich mit "gut genug" zufriedengeben. Studien deuten darauf hin, dass Maximierer oft höhere Stress-, Depressions- und Reuegefühle erleben, obwohl sie mehr Zeit und mentale Energie aufwenden, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.
Die Analyse legt nahe, zu hinterfragen, ob jedes Element eines Prozesses oder einer Aufgabe wirklich optimiert werden muss. Oft kann ein weniger optimiertes, schneller geliefertes Ergebnis effektiver sein und zu größerer Arbeitszufriedenheit führen. In Situationen, in denen Geschwindigkeit entscheidend ist, kann die Straffung von Prozessen und die Beschleunigung von Entscheidungswegen produktiver sein als endlose Überprüfungs- und Verfeinerungsrunden.