Oxman züchtet Farben direkt in Textilien mittels Bakterien
Das Designstudio Oxman hat eine neuartige Methode entwickelt, bei der Farben mithilfe gentechnisch veränderter E. coli-Bakterien direkt in Textilien gezüchtet werden. Ziel ist es, eine nachhaltige Alternative zur umweltschädlichen traditionellen Färbeindustrie zu bieten.

Das New Yorker Designstudio Oxman entwickelt einen neuartigen Ansatz zur Textilfärbung, bei dem Pigmente mithilfe gentechnisch veränderter Bakterien direkt in Stoffe gezüchtet werden. Diese Methode umgeht konventionelle Färbeprozesse, die eine bedeutende Quelle für industrielle Wasserverschmutzung darstellen.
Das Projekt "Vigils" des Studios präsentiert Kleidungsstücke, wie zum Beispiel Seidenumhänge, bei denen Farben wie Indigo und Schwarz innerhalb von 24 Stunden von E. coli produziert werden. Diese Bio-Fertigung erzeugt einzigartige, gestreifte Muster, die von der traditionellen gleichmäßigen Färbung abweichen und natürliche Inkonsistenzen als Teil des Designs nutzen.
Gründerin Neri Oxman positioniert diese Technologie als radikale Abkehr von der Abhängigkeit der Modeindustrie von extraktiven Praktiken. Die traditionelle Färbe- und Veredelungsindustrie trägt erheblich zur weltweiten industriellen Wasserverschmutzung bei. Oxmans Arbeit zielt darauf ab, eine kollaborative Beziehung zwischen Design und Natur zu fördern, ähnlich wie Organismen auf natürliche Weise Farbe produzieren.
Mit erheblichen Investitionen und einem multidisziplinären Team verfolgt Oxman die langfristige Vision, diese bakterielle Pigmentierungstechnologie zu skalieren. Ziel ist es, die Zukunft der Mode hin zu integrierteren und umweltbewussteren Produktionsmethoden neu zu gestalten und über inkrementelle Verbesserungen in der Farbstoffchemie hinauszugehen.