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Gesundheit

Patientenorganisationen fordern Transparenz bei Pharmasponsoring

Die Finanzierung von Patientenorganisationen durch Pharmaunternehmen wirft Fragen nach Interessenkonflikten auf. Die BAG-Selbsthilfe betont Transparenz und Kontrolle zur Vermeidung von Abhängigkeiten.

6. Juni 2026
Patientenorganisationen fordern Transparenz bei Pharmasponsoring

Die finanzielle Abhängigkeit von Patientenorganisationen von Pharmaunternehmen sorgt regelmäßig für Kritik und wirft Fragen nach möglichen Interessenkonflikten auf. Dr. Martin Danner, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung (BAG-Selbsthilfe), hebt in einem Interview die Bedeutung von Transparenz und Kontrolle hervor, um solche Verstrickungen zu vermeiden.

Danner räumt ein, dass eine Kooperation und ein Austausch zwischen Patientenorganisationen und der Pharmaindustrie für eine patientenorientierte Forschung sinnvoll sind, da ein Großteil der Forschung in privaten Händen liegt. Er betont jedoch, dass Organisationen, die finanzielle Unterstützung erhalten, besonders darauf achten müssen, nicht vereinnahmt zu werden. Die BAG-Selbsthilfe beteiligt sich aktiv an Prozessen wie beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), wo die Unabhängigkeit der Organisationen nachgewiesen werden muss.

Um dem entgegenzuwirken, hat die BAG-Selbsthilfe eigene Leitsätze entwickelt. Eine Finanzierung durch ein Pharmaunternehmen, die mehr als 15 Prozent des Etats ausmacht, wird als problematisch angesehen, bei über 40 Prozent als inakzeptabel. Die Branchenverbände Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) und Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) veröffentlichen jährlich ihre Zahlungen an Patientenorganisationen, was durch eigene Transparenzrichtlinien der Verbände ergänzt wird.

Danner kritisiert zudem die projektbezogene Förderung durch gesetzliche Krankenkassen, da diese direkten Einfluss ermöglichen könne. Das Volumen der Zuwendungen von Krankenkassen übersteigt laut Danner deutlich die von Pharmaunternehmen, wird aber seltener thematisiert. Er erklärt, dass Verstöße gegen die Regeln in der Regel zunächst aufgeklärt und beraten werden. Sanktionen seien selten nötig, jedoch könne bereits die Veröffentlichung eines Verstoßes gravierende Folgen für die Organisation haben, etwa bei der Akquise weiterer Fördergelder.

Originalquelle: pharma-fakten.de