Menschen machen KI-Assistenten mitverantwortlich
Eine neue Studie zeigt, dass Menschen KI-Assistenten auch bei reiner Werkzeugwahrnehmung teilweise für Ergebnisse verantwortlich machen.

Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat ergeben, dass Menschen intelligente KI-Assistenten mitverantwortlich für Ergebnisse machen, selbst wenn sie diese lediglich als Werkzeuge betrachten. Die Untersuchung, an der 940 Teilnehmer beteiligt waren, analysierte, wie Menschen die Verantwortung von KI-Assistenten bewerten, die von menschlichen Fahrern genutzt werden.
Die Ergebnisse zeigten eine Ambivalenz: Die Teilnehmer stuften die smarten Assistenten zwar eindeutig als Werkzeuge ein, schrieben ihnen aber dennoch eine Mitverantwortung für Erfolge und Misserfolge zu, die bei der Nutzung durch den Fahrer auftraten. Diese Verantwortungsaufteilung war bei einem nicht-KI-basierten Navigationsinstrument nicht zu beobachten.
Darüber hinaus stellte die Studie fest, dass die KI-Assistenten für positive Ergebnisse stärker mitverantwortlich gemacht wurden als für negative. Die Forscher vermuten, dass Menschen unterschiedliche moralische Maßstäbe für Lob und Tadel anwenden könnten, wobei die Zuweisung von Anerkennung an nicht-menschliche Systeme leichter fällt als die Zuweisung von Schuld.
Die von Louis Longin vom Lehrstuhl für Philosophie des Geistes der LMU geleitete Forschung untersuchte auch, ob die Art des Assistenten (verbal oder taktil) einen Unterschied machte, und fand keine signifikante Abweichung. Die Forscher betonen, dass diese Erkenntnisse Auswirkungen auf Design und gesellschaftlichen Diskurs über KI-Assistenten haben und appellieren an Entwickler, die Auswirkungen auf soziale und moralische Normen zu berücksichtigen.