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Gesundheit

Pharma Deutschland kritisiert GKV-Spargesetz scharf

Der Verband Pharma Deutschland warnt, dass das geplante GKV-Spargesetz das Vertrauen in den Standort Deutschland untergräbt und die Wirtschaftskraft der Pharmaindustrie schwächt.

10. Juli 2026
Pharma Deutschland kritisiert GKV-Spargesetz scharf

Der Verband Pharma Deutschland e.V. hat das im Bundestag zur Abstimmung stehende GKV-Spargesetz scharf kritisiert. Nach Ansicht des Verbandes verschärft das Gesetz die bereits bestehenden Standortnachteile für die Pharmaindustrie in Deutschland erheblich und gefährdet damit Versorgung, Innovation und Wertschöpfung.

"Wieder einmal wird die pharmazeutische Industrie in erster Linie als Kostenfaktor innerhalb der GKV behandelt – und nicht als Schlüsselbranche, die Versorgung sichert, Innovation ermöglicht und industrielle Wertschöpfung nach Deutschland bringt", sagte Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender von Pharma Deutschland. Er kritisierte insbesondere die geplante mehr als Verdopplung des Herstellerabschlags, die seiner Meinung nach das Wirtschaftsministerium und das Bundeskanzleramt auf den Plan rufen müsste.

Pharma Deutschland wirft der Bundesregierung vor, mit dem Gesetz "sehenden Auges" neue Standortschäden zu riskieren, da die Maßnahme keine Befristung vorsieht. Dies zerstöre Vertrauen und Wirtschaftskraft, so Wieczorek weiter. Er betonte, dass die Politik die Pharmaindustrie endlich nicht nur als Leitwirtschaft bezeichnen, sondern auch so behandeln müsse.

Der Verband bemängelt zudem, dass die Regierungsfraktionen die Finanzprobleme der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht umfassend und strukturell angehen. Die Fixierung auf eine rechnerische Balance von Einnahmen und Ausgaben greife zu kurz und ignoriere die wirtschaftspolitischen Folgen für eine der wichtigsten Industriebranchen des Landes. Pharma Deutschland zeigte sich enttäuscht, dass in einer Phase wachsender Unsicherheit weitere fatale Signale gesendet werden.

Das Gesetz steht kurz vor der Verabschiedung im Bundestag. Pharma Deutschland appelliert an die Abgeordneten, die Langzeitfolgen für den Pharmastandort Deutschland und die Patientenversorgung bei ihrer Entscheidung zu berücksichtigen.

Originalquelle: pharmadeutschland.de