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Gesundheit

Pharma Fakten: Sparpaket trifft nicht den Kern der Gesundheitsproblematik

Der Pharmaverband BPI kritisiert das geplante GKV-Spargesetz scharf. Laut Verband löst das Gesetz die eigentlichen Probleme nicht, sondern gefährdet den Industriestandort Deutschland.

10. Oktober 2026
Pharma Fakten: Sparpaket trifft nicht den Kern der Gesundheitsproblematik

Berlin – Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) der Bundesregierung scharf kritisiert. BPI-Vorsitzender Oliver Kirst bezeichnete das Vorhaben auf der Verbandsversammlung in Berlin als "Katastrophe", die den Standort Deutschland gefährde und eine Deindustrialisierung vorantreibe, anstatt die Probleme im Gesundheitswesen zu lösen.

Nach Ansicht des Verbandes führt das Gesetz lediglich zu einer Verbilligung der Versorgung, nicht zu einer Verbesserung. Kirst kritisierte insbesondere den geplanten dynamischen Herstellerrabatt, der unternehmerische Planungen erschwere, sowie Rabattverträge für Arzneimittel-Innovationen und Impfstoffe als schädlich.

Die Pharmaindustrie stellt nach Angaben des BPI über 7,7 Millionen Arbeitsplätze und erwirtschaftet rund 12,5 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung. Jeder Euro, der in die Branche investiert wird, generiere zusätzlich 81 Cent an volkswirtschaftlichem Wert. Das Beschäftigungswachstum der Pharmaunternehmen lag zwischen 2010 und 2024 bei 44 Prozent, deutlich über dem der Gesamtwirtschaft.

Der BPI fordert stattdessen eine "echte Gesundheitsreform" und legt das Konzept "Gute Gesundheit 2030" vor. Dieses Papier mit über 20 Partnern aus dem Gesundheitswesen setzt auf Prävention, Innovation, Digitalisierung und Finanzierung, um das System nachhaltig zu stärken. Der Verband betont, dass strukturelle Reformen notwendig seien, um die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens und der Pharmaindustrie als wichtigen Wirtschaftszweig zu sichern.

Originalquelle: pharma-fakten.de