Pharmakonzerne kürzen Investitionen in Deutschland, Regierung verteidigt Kurs
Boehringer Ingelheim und Eli Lilly reduzieren ihre geplanten Investitionen in Deutschland erheblich und begründen dies mit Sparvorgaben der Bundesregierung. Die Regierung bezeichnet die Entscheidungen als bedauerlich.

Die Bundesregierung hat die Ankündigungen der Pharmakonzerne Boehringer Ingelheim und Eli Lilly, ihre geplanten Investitionen in Deutschland erheblich zu kürzen, kommentiert. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums bezeichnete die unternehmerischen Entscheidungen als bedauerlich. Sie zeigten jedoch auch, dass die Herausforderungen, insbesondere angesichts der Pharmapolitik der USA, ernst genommen werden müssten.
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hatte mitgeteilt, eine geplante Investition von 2,5 Milliarden Euro für einen neuen Standort in Alzey (Rheinland-Pfalz) zu halbieren. Als Grund wurden die Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitswesen genannt. Der deutsche Konzern Boehringer Ingelheim stoppte zudem geplante Investitionen von 900 Millionen Euro in Deutschland.
Boehringer Ingelheim begründete seinen Schritt mit schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland, den Sparvorgaben der Regierung und Druck aus den USA. Das Unternehmen hat eine Vereinbarung mit der US-Regierung getroffen, die im Gegenzug für Investitionen in Amerika von Pharmazöllen befreit.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die gesetzlichen Krankenkassen mit dem "Beitragssatzstabilisierungsgesetz" bis 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten und Zusatzbeitragserhöhungen verhindern. Geplant sind zudem schärfere Sparvorgaben für die Pharmabranche. Die Herstellererstattungen, die Pharmaunternehmen den Kassen gewähren müssen, sollen von derzeit 7 Prozent des Listenpreises auf etwa 20 Prozent bis 2030 steigen.
Die Pharmaindustrie hatte die Pläne scharf kritisiert und argumentiert, dass diese den Standort Deutschland schwächen und dem Ziel der Regierung, die Pharmabranche als Schlüsselbranche zu stärken, entgegenwirken.