ABDA kritisiert Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Lieferengpässen
Der Spitzenverband der deutschen Apotheker (ABDA) hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach einen offenen Brief geschrieben. Darin äußert die ABDA ihre Enttäuschung über den Referentenentwurf zum Gesetz zur Bekämpfung von Lieferengpässen bei Arzneimitteln (ALBVVG) und kritisiert, dass dieser die Apotheken weiter schwächen würde.

Der Spitzenverband der deutschen Apotheker (ABDA) hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in einem offenen Brief seine massive Enttäuschung über den Referentenentwurf des Gesetzes zur Bekämpfung von Lieferengpässen und zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung (ALBVVG) mitgeteilt. Die 18.000 Apothekenteams, die monatlich millionenfache Lieferengpässe bewältigen, sehen ihre Erwartungen an das Gesetz enttäuscht. Die ABDA kritisiert, dass der Entwurf nicht zur wirksamen Bekämpfung der Engpässe beitrage und stattdessen die Apotheken weiter schwäche.
ABDA-Präsidentin Gabriele Overwiening äußerte sich fassungslos über den Entwurf, den sie als Ausdruck von Missachtung und Misstrauen gegenüber Apothekerinnen und Apothekern wertet. Sie bemängelt, dass der Gesetzentwurf im Widerspruch zum Koalitionsvertrag stehe, der eine Stärkung der Apotheken vor Ort vorsah. Stattdessen drohe eine weitere Schwächung, die letztlich auch die Patientenversorgung verschlechtern und zu Demotivation bei den Kolleginnen und Kollegen führe.
Besonders kritisch sieht die ABDA die geplante Aufwandsentschädigung von 50 Cent für die Bewältigung von Lieferengpässen. Diese Summe reiche bei weitem nicht aus, um den enormen zeitlichen und personellen Aufwand für die tägliche Prüfung von Alternativen, Rücksprachen mit Ärzten, erneute Verträglichkeitsprüfungen und Botendienste abzudecken. Die ABDA fordert eine Engpass-Ausgleichsregelung, die sich an der tatsächlichen Arbeitslast orientiert und die heilberuflichen Leistungen angemessen honoriert.
Zudem warnt die ABDA vor einer Regelungslücke ab dem 7. April, wenn die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung ausläuft. Die dortigen, seit fast drei Jahren bewährten erleichterten Austauschregeln für Apotheken hätten sich als bürokratiearm und patientenfreundlich erwiesen. Die ABDA fordert daher eine gesetzliche Neuverankerung dieser erleichterten Austauschregeln, um die Versorgungssicherheit auch künftig zu gewährleisten und die Arztpraxen vor Überlastung zu schützen.