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Studie: Physische Angriffe auf Journalisten in Deutschland auf Höchststand

Die Zahl physischer Angriffe auf Medienschaffende in Deutschland stieg 2024 auf 98 Fälle, nach 69 im Vorjahr. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2015, wie die ECPMF-Studie „Feindbild Journalist:in 9“ zeigt.

11. Oktober 2026
Studie: Physische Angriffe auf Journalisten in Deutschland auf Höchststand
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Die physischen Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in Deutschland haben im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Laut der Studie „Feindbild Journalist:in 9“ des European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF) stieg die Zahl von 69 Fällen im Jahr 2023 auf 98 Fälle in 2024. Seit Beginn der Langzeitbeobachtung im Jahr 2015 ist dies der höchste Wert, mit einer besonders deutlichen Zunahme seit der Corona-Pandemie.

Die Studie identifiziert rechtsextreme Gewalt als ein fortwährendes Problem für Medienschaffende. Insbesondere bei Demonstrationen im Kontext des Nahostkonflikts kam es vermehrt zu tätlichen Angriffen, welche die Arbeit von Journalisten erschweren und oft den Einsatz von Schutzmaßnahmen erfordern.

Das Bundesinnenministerium verzeichnete 2024 einen Anstieg rechtsextremer Straftaten. Die Studie sieht einen Zusammenhang zwischen politischen Wahlergebnissen und der zunehmenden Aggressivität gegenüber Journalisten, sowohl physisch als auch online. Auch staatliche Stellen, wie die AfD, werden für Schikanen und die Verweigerung von Akkreditierungen kritisiert.

Die meisten Angriffe ereigneten sich 2024 in Berlin (62 Fälle), gefolgt von Sachsen (10) und Bayern (7). Die Untersuchung betont auch die Bedrohungslage für Lokaljournalisten, insbesondere in Ostdeutschland. Trotz etablierter Sicherheitsmaßnahmen und Beratungsangebote sind weitere Verbesserungen zum Schutz der Pressefreiheit notwendig.

Originalquelle: bdzv.de