Dialog Kunststoffkreislaufwirtschaft: Branche diskutiert Herausforderungen und Chancen
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) veranstaltete einen Dialog zur Zukunft der Kunststoffwirtschaft. Ziel ist es, die Kreislaufführung von Kunststoffen zu stärken und Rezyklate wettbewerbsfähig zu machen.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) veranstalteten einen Dialog zur Zukunft der Kunststoffwirtschaft. Es wurde deutlich, dass ein „Weiter so“ keine Option ist, eine Welt ohne Kunststoff jedoch ebenso wenig. Alle Teilnehmer teilten das Ziel, Kunststoffe stärker im Kreislauf zu führen, Rezyklate wettbewerbsfähig zu machen und skalierbare Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Eine zentrale Herausforderung stellt die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) dar, die ab 2030 Mindestrezyklatanteile vorschreibt. Gleichzeitig kämpfen Recyclingunternehmen mit geringer Nachfrage und schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Dr. Christine Bunte von Plastics Europe Deutschland plädierte für verlässliche Rahmenbedingungen, damit Unternehmen heute bestehen und wachsen können, um die benötigten Kapazitäten zu schaffen.
Das Positionspapier „Optionen für einen funktionsfähigen Markt für Kunststoffrezyklate“ des Wuppertal Instituts, im Auftrag der DBU vorgestellt von Professor Henning Wilts, nennt unter anderem klare Signale für Investitionen und Nachfrage. Dazu zählen öffentliche Beschaffung, schnellere Planungsprozesse, eine reduzierte Materialvielfalt und neue Geschäftsmodelle, um die Lücke zwischen zukünftigem Bedarf und verfügbaren Kapazitäten zu schließen.
Stefanie Schäfter vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) berichtete über das Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“, das ab 2027 mit 550 Millionen Euro ausgestattet ist. Als Beispiel für bereits gelebte Kunststoffkreislaufwirtschaft nannte Julia Eckey das Unternehmen Pöppelmann GmbH & Co KG aus einem DBU-geförderten Projekt. Die DBU engagiert sich weiterhin durch neue Initiativen im Bereich Green Innovations.