Behörden in Guinea-Bissau beschlagnahmen Impfstoff für umstrittene Studie
Die Polizei in Guinea-Bissau hat die Büros des Bandim Health Project durchsucht und Hepatitis-B-Impfdosen sichergestellt, die für eine medizinisch umstrittene Studie vorgesehen waren.

Am Montag beschlagnahmten Einsatzkräfte in Guinea-Bissau Bestände an Hepatitis-B-Impfstoffen in den Räumlichkeiten des Bandim Health Project. Die Dosen waren für eine geplante Impfstudie an Neugeborenen vorgesehen, die von den dänischen Forschern Peter Aaby und Christine Stabell Benn geleitet wird und seit Monaten im Fokus internationaler Kritik steht.
Das Forschungsvorhaben ruht seit Januar, nachdem Experten vor erheblichen gesundheitlichen Risiken für die Säuglinge gewarnt hatten. Dennoch erhielt das Projekt im Dezember eine Förderung in Höhe von 1,6 Millionen US-Dollar durch das amerikanische CDC, wobei US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. das Vorhaben maßgeblich unterstützte. Diese Finanzierung löste in Fachkreisen erhebliche Irritationen aus.
Gegen die leitenden Forscher Aaby und Stabell Benn laufen derzeit Ermittlungen durch dänische Behörden wegen Vorwürfen wissenschaftlicher Unregelmäßigkeiten. Die Beteiligten sind in der Vergangenheit durch ihre abweichenden Ansichten zu gängigen Impfprotokollen aufgefallen, was die wissenschaftliche Debatte um die aktuelle Studie zusätzlich verschärft hat.