Tragbare Formaldehyd-Detektoren oft unzuverlässig laut Wissenschaftsgruppe
Eine chinesische Wissenschaftsplattform warnt, dass viele tragbare Formaldehyd-Detektoren auf dem Markt keine genauen Messwerte liefern. Tests von Verbraucherverbänden ergaben, dass kein Gerät präzise messen kann.

Nach Renovierungen sorgen sich viele Haushalte um Formaldehydbelastungen und greifen zu tragbaren Formaldehyd-Detektoren, die auf E-Commerce-Plattformen beliebt sind. Eine wissenschaftliche Aufklärungskampagne in China stellt jedoch klar, dass Angaben wie „99,9 % Genauigkeit“ wissenschaftlich nicht haltbar sind und die meisten Geräte unzuverlässige und fehlerhafte Ergebnisse liefern.
Die Geräte nutzen meist elektrochemische Sensoren, deren Genauigkeit jedoch durch Kosten- und Technologiebeschränkungen oft unzureichend ist. Zusätzliche Faktoren wie Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und die Anwesenheit anderer flüchtiger organischer Verbindungen können die Messwerte verfälschen und unzuverlässig machen. Ein Test von Verbraucherverbänden in Peking, Tianjin und Hebei mit 50 verschiedenen Marken konnte kein einziges Gerät identifizieren, das präzise messen konnte; die Messwerte seien inkonsistent gewesen.
Die Ergebnisse dieser tragbaren Detektoren sollten daher nur als grobe Orientierung betrachtet und nicht als Ersatz für professionelle Messungen angesehen werden. Verbraucherschützer betonen, dass eine gute Belüftung und die Verwendung umweltfreundlicher Baumaterialien entscheidender sind, um Formaldehydrisiken zu minimieren. Professionelle Tests seien bei Bedarf durchzuführen.
Neben den Detektoren haben regionale Verbraucherverbände auch irreführende Angaben für Formaldehyd-Entferner und -Gels kritisiert. Beanstandet werden übertriebene Leistungsdaten aus Laborumgebungen, die Verharmlosung von Ozon als „aktiver Sauerstoff“ und die Herabwürdigung der Bedeutung von Lüftung. Hersteller und Online-Händler wurden aufgefordert, falsche Werbung in diesem Marktsegment zu unterbinden.