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Private Equity im Wandel: Von Dürre zu selektiver Erholung

Der Private-Equity-Markt befindet sich an einem kritischen Wendepunkt. Die Ausstiegaktivitäten haben sich 2025 erholt, konzentrieren sich jedoch stark auf Mega-Deals. Dies lässt den Mittelstand weitgehend stagnieren. Drei Hauptfaktoren prägen 2026: die Transformation des Softwaresektors, die Verengung der Refinanzierung durch Private Credit und die entscheidungsfindings der LPs.

5. Juni 2026
Private Equity im Wandel: Von Dürre zu selektiver Erholung

Der Private-Equity-Markt durchläuft einen bedeutenden Wandel, gekennzeichnet durch eine teilweise Erholung der Ausstiegaktivitäten im Jahr 2025. Der globale Transaktionswert erreichte zwar 905 Milliarden US-Dollar, doch 78% davon entfielen auf Mega-Exits, was den Mittelstand weitgehend unberührt ließ. Diese Konzentration bedeutet, dass die Normalisierung der Kapitalverteilung für viele strukturell unvollständig bleibt.

Drei sich verstärkende Faktoren werden voraussichtlich das Private-Equity-Umfeld im Jahr 2026 prägen. Erstens spaltet sich der Softwaresektor, wobei Unternehmen, die proprietäre Daten und geschäftskritische Arbeitsabläufe nutzen, besser abschneiden als solche mit replizierbaren Lösungen. Zweitens wird die Refinanzierung über Private Credit selektiver, da Kreditgeber die Widerstandsfähigkeit von Geschäftsmodellen neu bewerten, was Unternehmen mit negativem freien Cashflow beeinträchtigt. Vierzig Prozent der Private-Credit-Kreditnehmer weisen derzeit einen negativen freien Cashflow auf.

Drittens stehen Limited Partner (LPs) vor gleichzeitigen Entscheidungen über neue Zusagen, was den Druck auf General Partner erhöht, eine Wertrealisierung nachzuweisen. Der Fokus verschiebt sich von Wachstumsnarrativen zu Cash-Velocity, wobei über 21% der LPs die Ausschüttungen auf eingezahltes Kapital nun als wichtigste Kennzahl priorisieren. Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren dar.

Mit Blick auf die Zukunft wird erwartet, dass die Branche kleiner, spezialisierter und operativ fokussierter hervorgehen wird. Basisszenarien deuten auf eine moderate Verbesserung der Ausschüttungsquoten für 2026 hin, mit potenziellen Renditen von 17–19%. Aufgrund der Überschneidung von technologischer Disruption im Softwarebereich und Stress im Private-Credit-Markt bestehen jedoch erhebliche Abwärtsrisiken.

Originalquelle: allianz-trade.com