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Privatinsolvenzen steigen 2025 auf fast 108.000 Fälle

In Deutschland stieg die Zahl der Privatinsolvenzen 2025 auf rund 107.816 Fälle, ein Anstieg von 7,8 % zum Vorjahr. Gestiegene Lebenshaltungskosten belasten insbesondere junge und ältere Menschen.

10. Oktober 2026
Privatinsolvenzen steigen 2025 auf fast 108.000 Fälle

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland ist im Jahr 2025 auf rund 107.816 Fälle gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert laut dem „Schuldenbarometer 2025“ des Informationdienstleisters CRIF den höchsten regulären Stand der letzten zehn Jahre.

Als Hauptursachen für diesen Anstieg nennt CRIF die anhaltend hohen Energie- und Lebensmittelpreise, die die Lebenshaltungskosten spürbar erhöht haben. Dies führe dazu, dass die Ersparnisse vieler Haushalte aufgebraucht seien und die Bedienung laufender Verpflichtungen wie Miete oder Ratenzahlungen erschwert werde. Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland, betont, dass Faktoren wie ein großer Niedriglohnsektor und unsichere Beschäftigungsverhältnisse das Insolvenzrisiko weiter erhöhten.

Besonders stark betroffen von dem Anstieg sind junge Erwachsene und ältere Menschen. Bei den 18- bis 20-Jährigen stiegen die Privatinsolvenzen um 52,6 Prozent, bei den 21- bis 30-Jährigen um 28,6 Prozent. Gründe hierfür sind geringere finanzielle Puffer, spontane Ratenkäufe und die Nutzung von „Buy-Now-Pay-Later“-Angeboten. Bei den über 61-Jährigen gab es einen Anstieg von 10,6 Prozent, was auf steigende Miet- und Energiekosten sowie stagnierende Renten zurückgeführt wird.

Regionale Unterschiede blieben bestehen, wobei die nördlichen Bundesländer weiterhin hohe Raten aufwiesen. Die stärksten prozentualen Zuwächse verzeichneten das Saarland (+21,8 %) und Baden-Württemberg (+17,0 %). CRIF erwartet, dass die Zahl der Privatinsolvenzen auch 2026 hoch bleiben wird und prognostiziert etwa 110.000 Fälle für das kommende Jahr.

Originalquelle: crif.com