Produktionswissenschaftler Prof. Hans-Jürgen Warnecke verstorben
Der renommierte Produktionsforscher Prof. Hans-Jürgen Warnecke, früherer Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Er galt als Visionär und Reformer.

Prof. Hans-Jürgen Warnecke, eine prägende Figur der Produktionsforschung und langjähriger Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Prof. Warnecke verstarb in der Nacht vom 19. auf den 20. März nach längerer Krankheit.
Warnecke war einflussreicher Wissenschaftler und Reformer, der das Ingenieurwesen über 40 Jahre maßgeblich prägte. Er leitete das Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF) der Universität Stuttgart sowie das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Unter seiner Führung entwickelte sich das Fraunhofer IPA zu einem der größten und erfolgreichsten Institute der Gesellschaft.
Seine Forschungsschwerpunkte lagen insbesondere auf der Automatisierung durch den Einsatz von Industrierobotern. Sein 1992 veröffentlichtes Buch "Die Fraktale Fabrik" thematisierte Unternehmensführung und Fabrikorganisation und erfuhr internationale Anerkennung.
Während seiner Präsidentschaft der Fraunhofer-Gesellschaft von 1993 bis 2002 verdoppelte sich das Gesamtbudget der Organisation auf eine Milliarde Euro. Er förderte die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und stärkte das Erscheinungsbild der Fraunhofer-Institute.
Warnecke engagierte sich auch außerhalb seiner Institutsleitung, etwa als Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und im Präsidium des Deutschen Instituts für Normung (DIN). Seine Verdienste wurden mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen gewürdigt, darunter das Große Bundesverdienstkreuz.