Prof. Mario Haim verbindet Kommunikationswissenschaft mit IT an der LMU
Der neu berufene Professor Mario Haim forscht an der LMU München im Bereich der computergestützten Kommunikationswissenschaft und sieht einen Paradigmenwechsel in seinem Fachgebiet.

Professor Mario Haim an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) verbindet die Kommunikationswissenschaft mit Informationstechnologie, um den Einfluss von Algorithmen und Big Data auf die gegenwärtige Kommunikation zu untersuchen. Seine Arbeit befasst sich mit neuen Fragestellungen in diesem Feld, wie den Auswirkungen ständiger Smartphone-Nutzung auf das Wohlbefinden und der Rolle digitaler Plattformen in der Nachrichtenverbreitung.
Haims Forschung untersucht, wie Algorithmen die öffentliche Kommunikation beeinflussen, und analysiert die „Plattformisierung“ von Nachrichten. Er beleuchtet, wie Individuen durch algorithmisch kuratierte Online-Umgebungen eine verzerrte Wahrnehmung der öffentlichen Meinung entwickeln können, was er mit klassischen Theorien wie der Schweigespirale in Verbindung bringt, die durch algorithmische Inhaltsverteilung verstärkt wird.
Ein wesentlicher Schwerpunkt von Haims Arbeit liegt in der methodischen Weiterentwicklung. Er argumentiert, dass traditionelle Umfragemethoden für die Untersuchung des digitalen Kommunikationsverhaltens nicht mehr ausreichen, da Individuen ihre eigenen Nutzungsmuster oft falsch einschätzen. Die Analyse riesiger Datenmengen erfordert neue Ansätze, einschließlich automatisierter Beobachtung, Tracking-Technologien und maschinellem Lernen.
Haim beschreibt einen methodischen „Paradigmenwechsel“ in der Kommunikations- und Sozialwissenschaft. Er betont die Notwendigkeit, neue Standards und ethische Richtlinien für diese sich entwickelnden Forschungspraktiken zu entwickeln. Herausforderungen beim Datenzugang werden durch Kooperationen mit der Öffentlichkeit angegangen, einschließlich Daten-Donationen im Einklang mit EU-Vorschriften.