Immobilienpreise im Westen steigen – Ruhrgebiet holt bei Preissteigerungen auf
Nach zwei Jahren Stagnation oder Rückgängen ziehen die Immobilienpreise in Westdeutschland wieder an. Viele Städte und Kreise, darunter im Ruhrgebiet, verzeichnen teils deutliche Preissteigerungen.

Die Angebotspreise für Bestandswohnungen in Westdeutschland sind binnen eines Jahres deutlich gestiegen. Eine Analyse von immowelt zeigt, dass in 113 von 121 untersuchten Städten und Landkreisen eine Preissteigerung zu verzeichnen war, teilweise über 10 Prozent. Dieser Aufwärtstrend findet trotz anhaltend hoher Zinsen statt, auch wenn das Preisniveau von 2022 vielerorts noch nicht wieder erreicht ist.
Die Stadt Mainz verzeichnete mit einem Plus von 10,4 Prozent den stärksten Anstieg, die durchschnittlichen Quadratmeterpreise liegen nun bei 4.352 Euro. Auch Wiesbaden legte deutlich zu. Beide Städte profitieren von der wirtschaftsstarken Rhein-Main-Region und einem konstanten Bevölkerungswachstum, das die Nachfrage über das Angebot treibt.
Besonders dynamisch entwickeln sich auch Städte im Ruhrgebiet und Umland, die ehemals als günstig galten. Leverkusen verzeichnete ein Plus von 9,7 Prozent. Städte wie Bochum (+8,8 %) und Herne (+8,8 %) ziehen als bezahlbare Alternativen zu teureren Metropolen wie Köln oder Düsseldorf zunehmend Käufer an. Das niedrige Ausgangsniveau schafft hier Spielraum für eine deutliche Erholung.
Auch Landkreise im Umfeld großer Ballungsräume verzeichnen Zuwächse. Im Landkreis Unna in Nordrhein-Westfalen stiegen die Preise um 10,0 Prozent. Diese Regionen werden als Pendlerstandorte attraktiver.
Die hohen Zinsen bremsen die Marktentwicklung weiterhin. In 83 der 121 untersuchten Gebiete liegen die Quadratmeterpreise noch unter dem Höchststand von 2022. Besonders starke Rückgänge im Dreijahresvergleich gab es in Rheinland-Pfalz, beispielsweise in Neustadt an der Weinstraße und Speyer, die jeweils 13,5 Prozent verloren.