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Professionelle Dienstleistungen

Rechtspsychologe Fabian Schacht gibt Einblicke in Justizvollzug

Am 29.04.2026 informierte Rechtspsychologe Fabian Schacht über die interdisziplinäre Arbeit im Justizvollzug, die Herausforderungen und die Bedeutung praktischer Erfahrung für angehende Psychologen.

26. September 2026
Rechtspsychologe Fabian Schacht gibt Einblicke in Justizvollzug

Der Psychologe Fabian Schacht gab am 29. April 2026 Einblicke in das Berufsfeld der Rechtspsychologie, mit einem Schwerpunkt auf seiner Tätigkeit im Justizvollzug. Nach Stationen bei der Justizbehörde und am Institute for Forensic Psychology and Forensic Medicine in Hamburg erläuterte er den Arbeitsalltag hinter Gittern.

Schacht betonte die Breite der Rechtspsychologie, die Teildisziplinen wie Aussage-, Kriminal- und Polizeipsychologie sowie Viktimologie umfasst. Für den Berufseinstieg sei praktische Erfahrung wichtiger als ein perfektes Studium. Schacht selbst fand über den be-in-Kongress zur Rechtspsychologie und sammelte erste Erfahrungen in der familienpsychologischen Begutachtung.

Kernstück des Abends war der psychologische Dienst im Justizvollzug. Schacht arbeitet in der JVA Bochum mit erwachsenen Straftätern, von denen ein Großteil unter Persönlichkeitsstörungen leidet. Die Aufgaben reichen von Diagnostik und Prognose über Einzel- und Gruppenangebote bis zur Beratung von Kollegen und der Anstaltsleitung.

Die Kriminaltherapie zielt auf Rückfallprävention und Resozialisierung ab. Dabei werden psychotherapeutische Methoden wie Verhaltenstherapie und Schematherapie eingesetzt, um kriminogene Faktoren zu mindern und protektive Faktoren zu stärken. Die zentrale Frage ist, wie erneute Straffälligkeit unwahrscheinlicher gemacht werden kann.

Schacht sprach auch über die Herausforderungen des Feldes, darunter die Auseinandersetzung mit schweren Delikten, die Therapie im Zwangskontext und das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Behandlungszielen. Er hob hervor, dass psychologische Behandlung nur ein Faktor auf dem Weg zu einem straffreien Leben ist und betonte die Wichtigkeit von Wertschätzung kleiner Fortschritte und professioneller Distanz.

Originalquelle: bdp-verband.de