Psychologenverband fordert gesetzliche Regulierung der Social Media-Nutzung
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) sieht dringenden Handlungsbedarf bei der gesetzlichen Regulierung der Social Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen. Der Verband legt ein Maßnahmenpaket vor.

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat eine Resolution verabschiedet, in der er politische Entscheidungsträger zur Regulierung der Social Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen auffordert. Der Verband macht auf die zunehmend schädigende Wirkung einer unbegrenzten Nutzung aufmerksam, die mit psychischen Gesundheitsproblemen wie Angststörungen und Depressionen einhergeht.
Die übermäßige Nutzung von sozialen Medien sei entwicklungspsychologisch relevant und beeinträchtige das Kindeswohl erheblich, so der BDP. Wissenschaftliche Belege würden die negativen Auswirkungen bestätigen. Daher seien gesetzliche Regelungen dringend erforderlich.
Der BDP schlägt ein umfassendes Maßnahmenpaket vor. Dazu gehören die Stärkung der Verantwortung von Plattformbetreibern für altersgerechte Inhalte, die Verpflichtung zur Offenlegung von Algorithmen sowie die Einführung zuverlässiger Altersverifikationssysteme. Eine altersgerechte Staffelung des Zugangs zu Plattformen wird ebenfalls empfohlen.
Zudem fordert der Verband eine Stärkung der Medienkompetenz in Bildungseinrichtungen und plädiert für ein bundesweites Smartphone-Verbot an Schulen. Der BDP stellt seine wissenschaftliche Expertise zur Verfügung, um die Politik bei der Erstellung von Schutzmaßnahmen für Heranwachsende zu unterstützen.