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Psychologe enthüllt Mechanismen der Überzeugungsbildung in neuem Buch

Sozialpsychologe Owen Fitzpatrick untersucht in seinem neuen Buch "Inner Propaganda", wie das menschliche Gehirn Überzeugungen konstruiert und verteidigt, die oft konstruierte Erzählungen statt objektiver Realität sind.

15. August 2026
Psychologe enthüllt Mechanismen der Überzeugungsbildung in neuem Buch

Der Sozialpsychologe Owen Fitzpatrick hat sein neues Buch "Inner Propaganda: Leading Hearts and Minds Through Turbulent Times" veröffentlicht. Darin untersucht er, wie Individuen ihre Überzeugungen formen, hinterfragen und verändern. Fitzpatrick vertritt die Ansicht, dass Überzeugungen nicht aus der objektiven Realität stammen, sondern vielmehr Erzählungen sind, die unser Geist konstruiert und dann als Wahrheit verteidigt.

Fitzpatrick, der drei Jahrzehnte damit verbracht hat, die Entstehung und Veränderung von Überzeugungen zu erforschen, hat über 100 Länder bereist, um die Mechanismen von Überzeugung und Propaganda zu verstehen. Er arbeitet nun weltweit mit Führungskräften und Organisationen zusammen, um ihnen zu helfen, die Macht des Glaubens zu begreifen und zu nutzen. Das Buch legt nahe, dass wir, sobald wir die Funktionsweise unseres inneren "Propagandasystems" verstehen, es hinterfragen und umgestalten können, wodurch wir uns selbst und andere effektiver beeinflussen.

Ein zentrales Konzept ist, dass jeder Mensch sein eigener größter Propagandist ist. Fitzpatrick beschreibt, wie der Geist eine Version der Realität erschaffen kann, die unumstößlich erscheint, selbst wenn sie auf fehlerhaften oder verzerrten Annahmen beruht. Er nutzt eine persönliche Anekdote aus seiner Jugend, in der suizidale Gedanken die Oberhand gewannen, bis eine einzige kritische Frage eine neue Perspektive eröffnete.

Fitzpatrick betont, dass das Gehirn wie ein "doppelter Agent" funktioniert – es scheint uns zu dienen, kann uns aber gleichzeitig eine Interpretation der Realität liefern, die wir nicht bewusst genehmigt haben. Er argumentiert, dass die effektivste Täuschung nicht die ist, der wir widerstehen, sondern die, der wir blind vertrauen. Das Buch plädiert dafür, dass Überzeugungen am besten geändert werden, indem man sie zuerst "richtig anfühlen" lässt, bevor man eine logische Grundlage dafür schafft. Durch die Anerkennung verschiedener "Wahrheits"-Formen – objektiv, emotional, gewünscht, geteilt und vergangen – kann man Individuen effektiver beeinflussen.

Originalquelle: fastcompany.com