Quantentechnologie-Blase ist stark gewachsen, warnt chinesischer Akademiker
Pan Jianwei, Akademiemitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, warnt vor einer erheblichen Blase im Kapitalmarkt der Quantentechnologie. Er fordert die Beseitigung bestehender Blasen zur Gewährleistung einer gesunden Entwicklung.

Pan Jianwei, Akademiemitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, hat davor gewarnt, dass der Kapitalmarkt für Quantentechnologie eine Phase erheblicher Euphorie erreicht hat. Auf dem Future Forum am 12. Juli äußerte er sich begeistert über die hohe Investitionsbereitschaft, betonte aber auch das wachsende Risiko einer erheblichen Blase.
"Wir müssen die gesunde zukünftige Entwicklung der Quanteninformationstechnologie sicherstellen, indem wir die aktuellen Blasen beseitigen", sagte Pan. Er schlug die Einrichtung einer nationalen Bewertungsstelle vor, die einen "Goldstandard" für die Beurteilung von Quantentechnologieunternehmen festlegen soll, um Kennzahlen wie die Genauigkeit von Qubits oder das Erreichen eines Quanten-Rechenvorteils zu messen. Er zog Parallelen zur kommerziellen Raumfahrtindustrie, wo Unternehmen strenge Anforderungen wie die Rückgewinnung von Raketen erfüllen müssen.
Pan befürchtet, dass echte Pioniere der Quantentechnologie ohne entsprechende Aufsicht in Zukunft zu Unrecht als Scharlatane diskreditiert werden könnten. Bereits im Vorjahr hatte er unrealistische Werbung als eines der Haupthindernisse für die Kommerzialisierung der Quantentechnologie bezeichnet.
Der Sektor hat erhebliche Finanzmittel erhalten, wobei allein in China rund zehn Milliarden Yuan in Quantentechnologieprojekte investiert wurden. Pan schätzt, dass spezialisierte Quantencomputer für Materialwissenschaften und die Simulation von Antiferromagnetika in den nächsten drei bis fünf Jahren eine rasche Entwicklung erfahren könnten. Die Entwicklung universeller, fehlertoleranter Quantencomputer stehe jedoch vor erheblichen grundlegenden wissenschaftlichen Herausforderungen und könnte mindestens ein weiteres Jahrzehnt oder möglicherweise zwei dauern, bevor eine breite kommerzielle Nutzung möglich ist.