RBI fordert Zahlungsbetreiber zur Kvantensicherung auf
Indiens Zentralbank RBI hat die Zahlungsbetreiber des Landes aufgefordert, mit der Kvantensicherung zu beginnen, und verweist auf das Risiko "jetzt ernten, später entschlüsseln".

Die indische Zentralbank (RBI) hat die Zahlungsbetreiber des Landes aufgefordert, mit den Arbeiten zur Kvantensicherung der Finanzinfrastruktur zu beginnen. Die Warnung verweist auf die "jetzt ernten, später entschlüsseln"-Bedrohung, bei der heute erfasste verschlüsselte Daten durch zukünftige Quantencomputer entschlüsselt werden könnten.
Auf dem Global Fintech Fest in Mumbai erklärte der stellvertretende Gouverneur der RBI, Shirish Chandra Murmu, dass Quantencomputer zwar keine unmittelbare Bedrohung darstellen. Er betonte jedoch, dass die langen Technologiezyklen und tief verwurzelten kryptografischen Abhängigkeiten in Zahlungssystemen proaktive Maßnahmen erfordern. Das Risiko "jetzt ernten, später entschlüsseln" bedeutet, dass Angreifer heute abgefangene Daten speichern und entschlüsseln können, sobald Quantencomputer verfügbar sind.
Murmu betonte, dass die Quantenresilienz in Indiens umfassendere Cybersicherheitsstrategie integriert werden sollte und nicht als eigenständige Initiative behandelt werden darf. Er erklärte, dass Quantenresilienz eine Ökosystemfähigkeit sei, die gemeinschaftliche Anstrengungen von Banken, Zahlungsbetreibern, Fintech-Unternehmen und Technologieanbietern erfordere. Das enorme Transaktionsvolumen von Systemen wie dem Unified Payments Interface (UPI) unterstreicht das Ausmaß dieser Herausforderung.
Der stellvertretende Gouverneur nannte das Projekt LEAP, eine Initiative der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und ihrer Partnerzentralbanken, als Präzedenzfall für den Zeitaufwand und die Komplexität solcher kryptografischen Übergänge. Es wurden jedoch keine spezifischen Zeitpläne oder Migrationsstandards angekündigt, sodass die Aufforderung eher eine Ermahnung als ein Mandat darstellt.
Über Quantenbedrohungen hinaus prüft die RBI auch die Antworten auf ihr Diskussionspapier zur Absicherung digitaler Zahlungen gegen Betrug. Die Zentralbank entwickelt Plattformen zur Betrugserkennung und betont, dass Technologie zwar Dienste ermöglichen kann, die letztendliche Verantwortung für Finanzentscheidungen und deren Folgen jedoch bei den regulierten Institutionen und ihrer Führung liegt.