RBI legt Entwurf für Regeln zur Standardisierung von Kontosperrungen bei Cyberbetrug vor
Indiens Zentralbank hat einen neuen Rahmen vorgeschlagen, um einheitliche Verfahren für Banken bei der Bearbeitung von Konten und Transaktionen, die im Verdacht stehen, mit Cyberbetrug in Verbindung zu stehen, zu schaffen.

Die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) hat einen Entwurf für neue Regeln vorgelegt, die darauf abzielen, die Verfahren für Banken bei der Abwicklung von Konten und Transaktionen, die mit Cyberbetrug in Verbindung stehen, zu standardisieren. Die zur öffentlichen Kommentierung bis zum 2. Oktober offenen Entwurfsregeln sollen am 1. April 2027 in Kraft treten.
Diese Initiative folgt einer Anordnung des Obersten Gerichtshofs vom Juni, die die Zentralbank verpflichtete, ein zeitgebundenes Protokoll für die Verwaltung von Konten zu erstellen, die in Cyberbetrugsfälle verwickelt sind. Der vorgeschlagene Rahmen verlangt von Banken, automatisierte Werkzeuge, einschließlich KI und maschinelles Lernen, zu verwenden, um verdächtige Transaktionen ab 1.000 Rupien zu kennzeichnen, was zu einer vorübergehenden Sperrung des Kontos führt.
Gemäß den Entwurfsregeln müssen Banken die Kontoinhaber am selben Tag digital oder am folgenden Tag physisch benachrichtigen. Eine wichtige Änderung ist die Fokussierung auf die Sperrung verdächtiger Transaktionsbeträge anstelle ganzer Konten, wobei vollständige Kontosperrungen für mutmaßliche Geldwäschekonten reserviert sind. Die maximale Dauer einer vorübergehenden Sperrung beträgt 60 Tage, sofern keine weiteren Anordnungen von Justizbehörden vorliegen.
Kontoinhaber haben 20 Tage Zeit, eine Erklärung abzugeben, nachdem ihr Konto gesperrt wurde. Die Banken müssen diese Erklärung innerhalb von 10 Tagen prüfen. Wenn die Erklärung nicht zufriedenstellend ist, kann der Fall innerhalb von 30 Tagen an die Strafverfolgungsbehörden eskaliert werden. Andernfalls wird die Sperrung aufgehoben. Die Regeln sehen auch Maßnahmen zur Beschwerdebehebung vor, einschließlich der Ernennung von Kontaktbeamten zur Lösung von Kundenbeschwerden innerhalb von 30 Tagen.
Die vorgeschlagenen Vorschriften kommen zu einer Zeit, in der Indien mit einem erheblichen Anstieg von Cyberbetrug konfrontiert ist. Im Jahr 2025 beliefen sich die finanziellen Verluste durch Cyberbetrug auf schätzungsweise 22.495 Crore Rupien, ein leichter Rückgang gegenüber 22.845 Crore Rupien im Jahr 2024, was eine anhaltende Herausforderung für Verbraucher und Finanzinstitute darstellt.