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Wissenschaft

Rekord-El Niño könnte zukünftige Klimaauswirkungen vorwegnehmen

Der diesjährige El Niño könnte der stärkste seit Aufzeichnungsbeginn werden und damit einen Vorgeschmack auf die Folgen des Klimawandels geben. Er könnte die globalen Durchschnittstemperaturen vorübergehend über die 2-Grad-Celsius-Grenze treiben.

18. August 2026
Rekord-El Niño könnte zukünftige Klimaauswirkungen vorwegnehmen

Das diesjährige El Niño-Wetterphänomen könnte das stärkste seit Beginn der Aufzeichnungen werden und damit potenzielle globale Wetterauswirkungen signalisieren und einen Einblick in zukünftige Klimabedingungen in einer sich erwärmenden Welt bieten. Das Ereignis könnte die monatliche globale Durchschnittstemperatur der Erde vorübergehend über die 2-Grad-Celsius-Marke (3,6 Fahrenheit) im Vergleich zu vorindustriellen Werten anheben.

Die Stärke eines El Niño wird dadurch bestimmt, wie stark die Meeresoberflächentemperaturen über dem Durchschnitt ansteigen. Dieses wärmere Wasser beeinflusst die Atmosphäre und verändert sowie verstärkt Wettermuster. In diesem Jahr fällt El Niño mit bereits hohen Meerestemperaturen und einem Sommer extremer Hitze zusammen. Experten gehen davon aus, dass diese Kombination enthüllen könnte, wie eine Welt mit einer um zwei Grad höheren Durchschnittstemperatur aussehen würde.

„Die nächsten 12 Monate könnten ein echter Stresstest sein: Rekordhitze, extreme Wetterereignisse, Ernteausfälle und kaskadierende Auswirkungen“, erklärte Robert Rohde, leitender Wissenschaftler bei Berkeley Earth. Er bezeichnete dies teilweise als Vorschau auf die Zukunft. Zeke Hausfather, ein weiterer Forscher bei Berkeley Earth, bezeichnet El Niño als eine „Zeitmaschine“, die bereits 2026–2027 Temperaturbedingungen bringen könnte, die für 2037 vorhergesagt werden.

Es ist jedoch entscheidend, die Auswirkungen von El Niño von denen des durch Treibhausgase verursachten Klimawandels zu unterscheiden. Während die globale Durchschnittstemperatur ähnlich sein mag, sind die Auswirkungen von El Niño anderer Natur. El Niño wirkt eher wie eine „Umverteilung von Wärme“ innerhalb des Klimasystems, was zu lokaler Erwärmung und Abkühlung sowie zu Veränderungen der Niederschlagsmuster führt. Der durch Treibhausgase verursachte Klimawandel hingegen ist ein permanenterer und globalerer Erwärmungstrend.

Obwohl El Niño die langfristigen Folgen des durch Treibhausgase verursachten Klimawandels möglicherweise nicht vollständig widerspiegelt, bringt es in bestimmten Regionen stärkere extreme Wetterereignisse wie Rekordhitze und starke Niederschläge mit sich, als frühere El Niño-Ereignisse verursacht haben.

Originalquelle: fastcompany.com