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Analyse: Gehaltsverhältnis von CEO zu Mitarbeitern offenbart Unternehmenskultur

Börsennotierte US-Unternehmen müssen gesetzlich das Verhältnis zwischen der Vergütung des CEO und der Median-Mitarbeitervergütung offenlegen. Diese Zahl kann aufschlussreiche Einblicke in die Unternehmenskultur geben.

3. Juli 2026
Analyse: Gehaltsverhältnis von CEO zu Mitarbeitern offenbart Unternehmenskultur

Börsennotierte Unternehmen in den Vereinigten Staaten sind gesetzlich verpflichtet, eine Kennzahl zu veröffentlichen: das Verhältnis zwischen der Vergütung ihres CEOs und der ihres Median-Mitarbeiters. Diese seit 2017 geltende Regelung ist in jedem Jahresbericht des Unternehmens dokumentiert. Viele Unternehmensführer können diese Zahl jedoch nicht ohne Weiteres nennen.

Die Analyse zeigt, dass das durchschnittliche Gehaltsverhältnis bei S&P-500-Unternehmen im Jahr 2024 bei 285:1 lag. Bei den hundert größten Unternehmen mit den niedrigsten Gehaltsstufen für ihre Mitarbeiter betrug das Durchschnittsverhältnis 632:1. Dies ist ein erheblicher Anstieg im Vergleich zu etwa 21:1 im Jahr 1965. Während diese Zahlen oft unter moralischen Gesichtspunkten betrachtet werden, können sie auch als aussagekräftiger Indikator für die interne Unternehmenskultur und die Entscheidungsprozesse dienen.

Die vorherrschende Situation ergibt sich häufig aus einer Reihe einzelner Vergütungsentscheidungen, anstatt aus dem bewussten Bestreben, ein bestimmtes Verhältnis zu erreichen. Vorstände legen die CEO-Vergütung in der Regel durch den Vergleich mit Konkurrenzunternehmen fest. Diese "vergleichende Analyse" konzentriert sich jedoch ausschließlich auf die Vergütung der Führungskräfte und vernachlässigt die Beziehung zur Vergütung von Mitarbeitern auf niedrigerer Ebene.

Ein systemisches Problem besteht darin, dass keine einzelne Rolle für die Überprüfung dieses Gehaltsverhältnisses zugewiesen ist. Als Beispiel sei die Mondragon Corporation genannt, ein genossenschaftlicher Verbund in Spanien, der sich bewusst dafür entschieden hat, sein Verhältnis zwischen höchster und niedrigster Bezahlung auf sechs zu begrenzen. Dieses multinationale Unternehmen ist seit über siebzig Jahren profitabel und erfolgreich.

Unternehmen sollten in der Lage sein, das Gehaltsverhältnis zwischen ihren höchst- und niedrigstbezahlten Mitarbeitern gegenüber ihrer gesamten Belegschaft zu verteidigen. Das Versäumnis, diese Zahl zu kennen oder offen zu verteidigen, deutet auf mangelnde Transparenz hin. Mitarbeiter können Gehaltsunterschiede akzeptieren, wenn sie glauben, dass der zugrunde liegende Prozess fair und offen war. Ein offen verteidigbares Verhältnis ist entscheidend für den Aufbau und die Aufrechterhaltung von Vertrauen.

Originalquelle: fastcompany.com